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02.06.2014

08:29 Uhr

Perspektiven für Freelancer

Die Cloud als Chance für Freiberufler

VonLara Sogorski

Statt einen neuen Arbeitsplatz für die Umstellung auf Clouds zu schaffen, setzen viele Unternehmen verstärkt auf das Know-how von Freiberuflern. Online-Plattformen helfen nun bei der Suche nach Cloud-Experten.

Ein Gemeinschaftsbüro. Da sich für temporäre Projekte meist keine Festanstellung für Unternehmen lohnt, beschäftigen sie in solchen Fällen Freiberufler. dpa

Ein Gemeinschaftsbüro. Da sich für temporäre Projekte meist keine Festanstellung für Unternehmen lohnt, beschäftigen sie in solchen Fällen Freiberufler.

BerlinDer Fall ist typisch: Ein Unternehmen macht erste Schritte in Richtung Cloud und will das Kundenmanagement-System künftig nicht mehr im eigenen Rechenzentrum betreiben, sondern über das Internet beziehen. Doch unter den Mitarbeitern gibt es bislang niemanden, der sich mit der Materie auskennt.

Statt einen neuen Arbeitsplatz für Projekte wie diese zu schaffen, setzen viele Unternehmen verstärkt auf das Know-how von Freiberuflern. Jeder dritte Personalverantwortliche will künftig häufiger auf Freelancer zurückgreifen, ergab eine Umfrage des IT-Verbands Bitkom. Der Trend zum Cloud-Computing begünstigt diese Entwicklung: Das Outsourcing erfordert zwar zu Beginn ein großes Know-how. Ist die Umstellung dann abgeschlossen, sinkt der eigene Administrationsaufwand jedoch meist wieder deutlich.

Vor- und Nachteile des Cloud Computing

Kosten

Wenn ein Unternehmen seine Kundendatenbank nicht im eigenen Rechenzentrum pflegt, sondern einen Online-Dienst wie Salesforce.com nutzt, spart es sich Investitionen in die Infrastruktur. Die Abrechnung erfolgt außerdem zumeist gestaffelt, zum Beispiel nach Nutzerzahl oder Speicherverbrauch. Geschäftskunden erhoffen sich dadurch Kosteneinsparungen.

Skalierbarkeit

Wer Speicherplatz im Netz mietet, kann flexibel auf die Nachfrage reagieren und den Bedarf unkompliziert und schnell erhöhen oder versenken. Wenn beispielsweise ein Startup rasant wächst, fährt es einfach die Kapazitäten hoch. Somit fallen auch niedrige Fixkosten an.

Einfachheit

Die Installation auf den eigenen Rechnern entfällt. Damit lässt sich ein neues System äußerst schnell einführen. Auch die Updates bereiten keine Probleme mehr, somit sinkt der Administrationsaufwand. Allerdings lassen sich die Cloud-Dienste in der Regel auch nicht so individuell konfigurieren.

Ortsunabhängigkeit

Zur Nutzung der Cloud-Dienste benötigen Mitarbeiter lediglich einen Internetanschluss – unabhängig von ihrem Aufenthaltsort und dem Gerät, das sie nutzen.

Sicherheit

Die Daten-Dienstleister werben damit, dass sie sich intensiver mit der IT-Sicherheit beschäftigen als einzelne Nutzer oder Unternehmen. Allerdings sind die Rechenzentren der Cloud-Anbieter aufgrund der große Datenmenge auch ein attraktives Ziel für Angreifer von Hackern. Auch Geheimdienste zeigen großes Interesse. Zudem ist von außen schwer nachzuvollziehen, ob der Anbieter die Daten ausreichend vor den eigenen Mitarbeitern schützt. Die Auslagerung bedeutet somit einen Kontrollverlust.

Abhängigkeit

Viele Unternehmen sind von ihrem Dienstleister abhängig, weil sie nicht ohne weiteres zu einem anderen Anbieter wechseln können. Das liegt etwa daran, dass sie ihre Systeme aufwendig an die Schnittstellen anpassen müssen. Auch Nutzer haben oft Schwierigkeit, wenn sie mit ihren Daten den Anbieter wechseln wollen. Eine weitere Frage: Was ist, wenn der Betreiber eines Dienstes pleite geht? Erst wenn es Standards gibt, die den Wechsel von einem zum anderen Dienstleister ermöglichen, sinkt die Abhängigkeit.

„Für temporäre Projekte lohnt sich in der Regel keine Festanstellung. In einem solchen Fall ist es die beste Lösung, einen Freiberufler zu beschäftigen“, sagt Thomas Müller, Geschäftsführer des Projektvermittlers Solcom. IT-Spezialisten für eine Festanstellung zu finden, sei angesichts des Fachkräftemangels zudem sehr aufwendig und könne den gesamten Firmenablauf unnötig aufhalten. Externe punkten nach Einschätzung Müllers auch damit, dass sie nicht an Tarifverträge mit arbeitszeitlichen Beschränkungen gebunden sind. „Keine Branche kommt daher mehr ohne die freien IT-Spezialisten aus.“

Etwa 80.000 Freelancer tummeln sich laut Bitkom in der Branche - sie haben Cloud-Projekte längst als attraktives Geschäftsfeld ausgemacht: In einer Befragung von Solcom gaben 37,7 Prozent an, dass sie im Cloud-Computing große Marktchancen sehen. Das Themenfeld ist aus Sicht der Freiberufler damit noch wichtiger als IT-Security oder SAP-Beratung.

Als Querschnittsthema betrifft die Cloud höchst unterschiedliche Bereiche - webbasierte Software gehört genauso dazu wie Infrastrukturdienste oder bestimmte Hardware-Architekturen für das eigene Rechenzentrum. Wie Zahlen der Vermittlungsplattform Gulp zeigen, suchen Unternehmen mitunter aber auch recht unspezifisch nach Expertise in Sachen Cloud: Der Begriff tauchte im letzten Jahr in 2 174 der insgesamt 160.000 Suchanfragen auf.

Detaillierte Profile mit Referenzschreiben sollen bei der Onlineplattform Gulp den Unternehmen helfen, einen Eindruck vom tatsächlichen Können der Freiberufler zu bekommen. Ähnlich funktioniert es bei der Konkurrenzseite Twago. „Ob ein Freiberufler wirklich kann, was er verspricht, lässt sich in erster Linie anhand der eingereichten Arbeitsproben überprüfen“, sagt Geschäftsführer Hermann Hohenberger. „Außerdem können Unternehmen die Zusammenarbeit über die Internetseite bewerten. Am Ende wird dann für jeden Freelancer ein Punktestand errechnet, wie vertrauenswürdig und erfolgreich er ist.“

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

02.06.2014, 08:37 Uhr

Die Schafe arbeiten emsig weiter an ihrer totalen Überwachung und Manipulation......
Da bleibt mit die Luft weg ob so viel naivität...
Noch nicht mal Schafe sind so "intelligent" sich ihren Schlächtern freiwillig zuzuspielen....

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