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10.01.2005

18:00 Uhr

Philips und Logitech beenden das Chaos im Wohnzimmer

Fernbedienung als Minicomputer mit Internet-Anschluss

VonAxel Postinett

Es klappt mal wieder nix: Man muss nicht Bill Gates heißen und verärgert auf einer Showbühne in Las Vegas sitzen, um mit seiner Fernbedienung auf Kriegsfuß zu stehen. In jedem Wohnzimmer türmen sich Berge davon für die unterschiedlichsten Geräte von der Hi-Fi-Anlage bis zum DVD-Spieler.

HB LAS VEGAS. Und dabei greift man grundsätzlich zuerst die falsche und drückt die falsche Taste. Die Fernbedienung, einst Machtsymbol des zappenden TV- Konsumenten, verkommt zur Achillesferse des digitalen Wohnzimmers. Neue Ansätze mit Internet- Programmierung und W-Lan sollen das Chaos beenden.

Des Power, Senior Vice President bei Philips Nordamerika bringt es auf den Punkt. "Die Fernbedienung wird zum Dreh- und Angelpunkt der Unterhaltungszentrale, die alte und neue Geräte sowie PC-Inhalte intuitiv verbinden muss." Philips präsentierte in Las Vegas seine neue RC (Remote Control) 9800i. Dessen Vorgänger iPronto war bekannt für seine Funktionsvielfalt - und die viel zu komplizierte Bedienung und Einrichtung. Das soll alles anders werden.

Die RC 9800i ist mit einem kleinen Bildschirm ausgestattet, auf dem man Bilder vorschauen oder Musiktitel aussuchen kann, sie kann per W-Lan Geräte (etwa Internet- Radios) in ein drahtloses Netzwerk einbinden und über Infrarot klassische Geräte bedienen.

Die Einstellungen für mehr als 600 Geräte der verschiedensten Hersteller sind in einer Datenbank hinterlegt, Programmerweiterungen oder neue Software können über einen USB-Anschluss geladen werden.

Ab Januar wird Logitech in Deutschland mit dem Verkauf von Fernbedienungen beginnen, aber noch ohne W-Lan. "Die Maus fürs Haus", sagt Katja Schleicher von Logitech, wird zu einem zentralen Produkt im Angebot werden. Logitech lässt seine Fernbedienung per USB-Anschluss über das Internet programmieren. Auf einer Webseite klickt man die Geräte an, die man hat und die Codes werden überspielt. Das Gegeneinanderhalten von zwei Fernbedienungen und minutenlange Knopf-Drück-Orgien gehören der Vergangenheit an.

Alle Fernbedienungen der neuen Generation setzen auch auf Funktionseinheiten. Ein Knopfdruck setzt typische Abläufe in Gang. Bei "DVD sehen" wird zuerst der Fernseher angeschaltet, dann die Sourround-Anlage und schließlich der DVD- Player.

Allerdings: "Der Frust der Leute ist groß", weiß Logitech-Sprecherin Schleicher. "Nach den vielen bereits gekauften ?universellen? Fernbedienungen, die heute unbenutzt herumliegen, ist die Hemmschwelle groß, schon wieder viel Geld auszugeben. Deshalb muss es diesmal klappen mit der einfachen Bedienung."

Schließlich kostet die kleinste Logitech-Fernbedienung Harmony 685 auch schon rund 180 Euro und Philips ruft für seine RC 9800i in den USA satte 499 Dollar auf.

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