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22.11.2012

01:05 Uhr

Privatsphäre

Facebook will Nutzerabstimmung kippen

Immer wieder ist Facebook wegen seiner Datenschutz-Regeln in die Kritik geraten. Dann führte das Online-Netzwerk eine Abstimmung ein, die es jetzt wieder abschaffen will. Zwei Änderungen stehen aber noch zur Wahl.

Änderungen bei Privatsphäre-Einstellungen will Facebook nicht mehr zur Abstimmung stellen. picture alliance / dpaJulian Stratenschulte/dpa

Änderungen bei Privatsphäre-Einstellungen will Facebook nicht mehr zur Abstimmung stellen.

New York/Berlin/San FranciscoFacebook will nach geringer Beteiligung die Mitglieder-Abstimmungen über wichtige Regeländerungen abschaffen. Stattdessen solle es unter anderem mehr Gelegenheiten geben, direkt Fragen an die Verantwortlichen für Datenschutz zu stellen, kündigte das weltgrößte Online-Netzwerk am Mittwoch an.

Die vergangene Abstimmung über Änderungen der Regeln für Nutzung und Datenschutz war in diesem Jahr zur Farce geraten. Die Beteiligung lag mit 350 000 Nutzern bei nur 0,04 Prozent statt der erforderlichen 30 Prozent aller Mitglieder. Facebook schrieb am Mittwoch in seinem Firmenblog, das derzeitige System habe Quantität der Beiträge vor Qualität gestellt.

Mit inzwischen mehr als einer Milliarde aktiver Nutzer ist es praktisch unmöglich geworden, die Marke von 30 Prozent zu erreichen. Künftig soll es statt einer Abstimmung weitere Möglichkeiten für Kommentare geben.

Das US-Unternehmen teilte mit, weiterhin im Voraus über "signifikante Änderungen" bei den Einstellungen zur Privatsphäre und anderen Fragen des Datenschutzes zu informieren. Die Nutzer sollen dann sieben Tage Zeit zum kommentieren haben. Man werde die Reaktionen berücksichtigen, bevor die Änderungen in Kraft treten, schrieb Elliot Schrage, Facebooks für Öffentlichkeitsarbeit verantwortliche Vizepräsident.

Die Facebook-Nutzer bekommen jetzt Zeit bis zum 28. November, die Vorschläge zu kommentieren. Bisher lösen 7000 Kommentare zu Änderungsvorschlägen automatisch eine Abstimmung aus. Damit könnte es diesmal eine Abstimmung über die Abschaffung der Abstimmung geben.

Allerdings dürfte es an ihrem Ausgang angesichts der hohen Beteiligungs-Hürde kaum Zweifel geben. Nehmen an einer Abstimmung weniger als 30 Prozent der Mitglieder teil, setzt Facebook nach der bisherigen Regelung die Änderungen einfach in Kraft.

Unter anderem deutsche Datenschützer hatten das Verfahren angesichts der hohen Beteiligungshürde scharf kritisiert. Zudem warfen sie Facebook vor, die Mitglieder nicht ausreichend über die Abstimmung informiert zu haben.

Das Online-Netzwerk, Facebook, das immer wieder von Datenschützern kritisiert wird, nannte die Abstimmungen oft als Beispiel für die Möglichkeiten der Nutzer, die Regeln mitzugestalten. Jetzt soll es unter anderem regelmäßige Live-Schaltungen mit der für Datenschutz zuständigen Managerin Erin Egan geben.

Außerdem kündigte Facebook am Mittwoch eine Erneuerung der Datenschutz-Einstellungen an. So solle es neue Filter für Einträge anderer Nutzer geben und mehr Informationen darüber, wer und wo die eigenen Inhalte sehen kann. Zudem sind Tipps zur Verwaltung des Profils geplant.

Kommentare (1)

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Marihuana-Lewinsky-Jones

22.11.2012, 02:05 Uhr

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