Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.03.2016

14:30 Uhr

Projekt AlphaGo

Google fordert den Go-Champion

Für Lee Sedol geht es um eine Million Dollar, für Google um mehr: Im Match der Google-Software AlphaGo gegen den weltbesten Go-Spieler soll eine weitere Bastion des menschlichen Geistes von Maschinen gestürmt werden.

Der Koreaner, hier bei der Ankündigung des Matches im vergangenen Februar, gilt als einer der besten Go-Spieler aller Zeiten. AFP; Files; Francois Guillot

Lee Sedol

Der Koreaner, hier bei der Ankündigung des Matches im vergangenen Februar, gilt als einer der besten Go-Spieler aller Zeiten.

BerlinFällt in den kommenden Tagen eine weitere Bastion menschlichen Intellekts endgültig an die Computer? Am Mittwoch (9. März) beginnt in Seoul ein Fünf-Spiele-Match der Google-Software AlphaGo gegen den weltbesten Go-Spieler Lee Sedol. Spätestens nach der letzten Partie am 15. März wird die Welt wissen, ob der Mensch nach dem Schachspiel auch die Vorherrschaft im chinesischen Denksport an die Maschine verliert.

Im Schach hatte sich der damalige Weltmeister Garri Kasparow 1996 und 1997 in zwei Wettkämpfen mit dem IBM-Computer Deep Blue gemessen. Während er das erste Match noch 4:2 für sich entscheiden konnte, musste sich Kasparow im zweiten Wettkampf mit 2,5:3,5 geschlagen geben. Seither haben weitere Wettkämpfe das Ergebnis untermauert, selbst stärkste Schachspieler haben heute gegen leistungsstarke Computerprogramme kaum eine Chance mehr.

Software schlägt Champion: Google lässt Go-Meister alt aussehen

Software schlägt Champion

Google lässt Go-Meister alt aussehen

Das alte chinesische Spiel Go gilt eigentlich als zu komplex für Computer. Jetzt aber hat eine Google-Software einen Go-Meister geschlagen. Das Programm sagt die Züge des Gegners vorher und lernt ständig dazu.

Go hat auf den ersten Blick einfachere Regeln als Schach. Gleichwohl gilt das chinesische Brettspiel als größere Herausforderung für Computer, weil es deutlich mehr Zugmöglichkeiten gibt: Müssen beim Schach die Figuren über 64 Felder bewegt werden, so stehen dem Go-Spieler 361 Felder zur Verfügung, um seine Spielsteine zu platzieren.

Durch geschicktes Setzen der weißen und schwarzen Steine versuchen die Gegner, möglichst viel Raum auf dem Spielbrett zu gewinnen. Die dabei auftretenden Probleme sind so komplex, dass die beim Schach erfolgreiche „Brute Force“-Methode, bei der der Computer alle möglichen Zugfolgen mit schierer Rechenpower durchgeht, keinen Erfolg verspricht.

Die von Google entwickelte Software AlphaGo löst das Problem dadurch, dass sie wahrscheinliche Züge des menschlichen Gegenspielers vorhersagt und sich darauf einstellt. Möglich wird das durch zwei künstliche neuronale Netzwerke mit Millionen Verbindungen, die dem menschlichen Nervensystem ähneln.

Beide Netzwerke wurden von den Entwicklern auf unterschiedliche Art für ihre Aufgabe optimiert: Während das eine rund 30 Millionen Züge aus Begegnungen menschlicher Go-Spieler auswertet, spielt das andere Tausende Partien gegen sich selbst.

Die Qualität dieses Trainings bewies AlphaGo im vergangenen Oktober, als es den europäischen Go-Meister Fan Hui in einem Wettkampf besiegte. Alle fünf Partien des Wettkampfs gewann das Programm – und überraschte damit auch seine Entwickler, die Programmierer der von Google gekauften britischen Firma Deep Mind. Es sei erstaunlich gewesen, welche Fähigkeiten AlphaGo sich angeeignet habe, sagte Deep-Mind-Mitgründer Demis Hassabis dem Magazin Nature, das vor wenigen Wochen über den Wettkampf gegen Fan Hui berichtete.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×