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06.01.2005

08:40 Uhr

IT + Telekommunikation

Prorektor: Gegen den Internet-Diebstahl sind wir nicht machtlos

Universitäten und Hochschulen sind gegen den Diebstahl von wissenschaftlichen Inhalten aus dem Internet nicht machtlos.

dpa MAGDEBURG. Universitäten und Hochschulen sind gegen den Diebstahl von wissenschaftlichen Inhalten aus dem Internet nicht machtlos.

„Wir können durchaus feststellen, wann sich ein Student mit fremden Federn aus dem Internet schmückt“, sagte der Prorektor für Studium und Lehre der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Volker Linneweber, in einem dpa-Gespräch. „Die Brüche in Sprache und Argumentation sind oft erkennbar“, sagte der Professor für Psychologie.

Nach Angaben der Hamburger Medienkultur-Professorin Joan Bleicher laden sich bis zu 15 Prozent der angehenden Akademiker wissenschaftliche Artikel aus dem Internet herunter, um damit ungekennzeichnet ihre eigenen Arbeiten aufzuwerten. Linneweber betonte, in Magdeburg gebe es keine solchen diagnostischen Untersuchungen. Am ehesten stellten Professoren solche Verstöße an den einzelnen Fakultäten fest. Dann müsse die Prüfungskommission eingeschaltet werden.

„Viele Studenten haben in dieser Frage noch nicht das richtige Rechtsbewusstsein“, sagte Linneweber. „Wenn sie aus der Schule zu uns kommen, müssen wir sie im ersten Semester erstmal darauf aufmerksam machen, was wissenschaftlich gerecht ist.“ Gegen Zitate aus dem Internet sei nichts einzuwenden, sie müssten jedoch eindeutig gekennzeichnet werden.

„Wir haben noch kein Prozedere für die Ahndung von Diebstahl aus dem Internet“, sagte Linneweber. Dennoch könne man vorbeugen: So müssten die Studenten der Magdeburger Uni nicht nur Diplomarbeiten unterschreiben, sondern auch andere Arbeiten. „Dann kann man im Fall der Fälle auch intervenieren. Das reicht von der Aufforderung, eine Arbeit nochmal neu einzureichen, bis hin zur Exmatrikulation.“

Auch von der Themenstellung her könne man Studenten am Diebstahl hindern: „Ich beispielsweise lasse mir keine Themen auf die Nase binden, sondern verbinde meine Themen immer mit einer speziellen Aufforderung oder Aufgabe. Dann findet der Student im Netz nichts, was er unmittelbar übernehmen kann.“

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