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17.01.2012

09:10 Uhr

Protest

Wikipedia geht 24 Stunden offline

Die Online-Enzyklopödie Wikipedia will ihre englischsprachige Seiten aus Protest gegen ein im US-Kongress diskutiertes Gesetz gegen Online-Piraterie für 24 Stunden schließen.

Die englische Version der Online-Enzyklopädie wird für 24 Stunden offline gehen, um den Protest der Aktivisten gegen SOPA zu unterstützen. dapd

Die englische Version der Online-Enzyklopädie wird für 24 Stunden offline gehen, um den Protest der Aktivisten gegen SOPA zu unterstützen.

WashingtonAus Protest gegen Gesetzesvorhaben im Kampf gegen die Internetpiraterie will das Online-Lexikon Wikipedia sein englisches Angebot für 24 Stunden abschalten. Der Dienst werde am Mittwoch vorübergehend eingestellt, teilte Wikipedia-Gründer Jimmy Wales am Montag (Ortszeit) über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Hintergrund sind zwei Gesetzestexte zur Bekämpfung der Internetpiraterie, die derzeit im US-Kongress zur Abstimmung stehen und von der Film- und Musikindustrie sowie weiteren Branchen unterstützt werden.

Der bekanntere der beiden Gesetzesentwürfe wird im Netz unter der Abkürzung SOPA (Stop Online Piracy Act) kontrovers diskutiert. Zuletzt hatte sich US-Präsident Barack Obama auf die Seite der Kritiker gestellt.

In einem offenen Brief hatten die Gründer von Internetriesen wie Google, Twitter, Wikipedia und Yahoo sich im vergangenen Monat besorgt über die beiden Gesetzesvorhaben gezeigt. Damit könne die US-Regierung das Internet anhand von Techniken zensieren, die auch von Staaten wie China, Malaysia und dem Iran angewandt würden, hieß es.

Mit dem umstrittenen Gesetzen soll der Verkauf amerikanischer Raubkopien ins Ausland unterbinden und geistiges Eigentum geschützt werden. Kritiker befürchten allerdings Einbußen für die Technologiebranche und eine Einschränkung der Meinungsfreiheit.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

17.01.2012, 09:41 Uhr

Der FIWUS wird seine Solidarität (http://freies-in-wort-und-schrift.info/2012/01/16/am-18-01-2012-ist-der-fiwus-aus-solidaritt-nicht-erreichbar/) zeigen.

WFriedrich

17.01.2012, 15:06 Uhr

Ein solches Zensurvorhaben passt nicht zu den USA, die bisher der Inbegriff für Freiheit waren. Hat sich das einst bewunderte Land wirklich so dramatisch verändert? Die Rückbesinnung auf die besten Traditionen und Tugenden, die das Land einst wirtschaftlich stark, politisch selbstbewusst und moralisch überlegen gemacht haben, sollte den dortigen Wahlkampf inhaltlich bestimmen und Entwicklungen vorbeugen, die der eigenen hochleistungsfähigen Internetwirtschaft schaden.

Account gelöscht!

17.01.2012, 15:50 Uhr

@WFriedrich:
Das Dept. of Homeland Security nimmt doch auch keine Rücksicht auf die Tourismusbranche. Ich bin froh, in den USA in den Jahren von Carter bis Clinton fast alles gesehen zu haben, was mich faszinierte. Damals hatte ich als Tourist das Gefühl, willkommen zu sein. Derzeit ist mir das Land eher unheimlich - was auch mit den Erfolgen von Tea Party und Fox News zu tun hat. Amerikanische Freunde treffe ich bis auf weiteres lieber in Europa. Und wünsche ihnen, dass ihr Land wieder zu sich findet.

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