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22.01.2007

21:58 Uhr

Prozessoren

Sun vereinbart Zusammenarbeit mit Intel

Der US-Computerkonzern Sun Microsystems arbeitet künftig mit dem Chiphersteller Intel zusammen und trübt damit die Aussichten für dessen Erzrivalen AMD. Wie Sun am Montag mitteilte, wird das Unternehmen ab diesem Halbjahr neben AMD-Prozessoren auch die Xeon-Chips des Chip-Weltmarktführers in seine Server einbauen.

HB SAN FRANCISCO. Zudem wollen die beiden Konzerne in den Bereichen Technik, Design und Marketing zusammenarbeiten. Damit bestätigt Sun einen Bericht des „Wall Street Journals“ vom Sonntag, wonach eine Einigung zwischen den Firmen kurz bevor stehe.

Die Kooperation des laut dem Marktforschungsunternehmen IDC weltweit drittgrößten Server-Herstellers ist ein herber Rückschlag für AMD: Sun hatte die Opteron-Chips des zweitgrößten Prozessor-Herstellers nach Angaben von Analysten wegen ihrer bis vor kurzem überlegenen Leistung in den vergangenen Jahren exklusiv in seinen Servern verwendet. AMD beschäftigt in Deutschland über 3 000 Mitarbeiter, die meisten davon in seinen beiden Dresdner Chipfabriken.

Die anderen großen US-Computerhersteller Dell, Hewlett-Packard und IBM verkaufen dagegen bereits Geräte sowohl mit AMD- als auch mit Intel-Prozessoren. „Damit wäre die Wahlmöglichkeit der Endverbraucher beim Server-Kauf von fast allen wichtigen Anbietern fast vollständig“, sagte Nathan Brookwood von der Beratungsfirma Insight64 zu den Kooperationsplänen. AMD-Aktien gaben am Montag rund 1,9 Prozent nach auf 17,40 Dollar. Sun-Microsystems-Papiere verloren rund 0,4 Prozent auf 5,74 Dollar, Intel-Titel um 0,1 Prozent auf 20,85 Dollar.

Intel gewinnt mit der Einigung den größten Neukunden, seit Apple 2005 von IBM- auf Intel-Chips umstieg. Im Rahmen der Vereinbarung wird Sun nun Xeon-Chips von Intel für seine Server kaufen. Der Computerkonzern will dann Systeme auf den Markt bringen, auf denen sich die Betriebssysteme Windows, Linux und Solaris laufen lassen. Im Gegenzug wird Intel daran arbeiten, das Sun-Betriebssystem Solaris für seine Prozessoren zu optimieren.

Sun-Chef Jonathan Schwarz arbeitet seit seinem Antritt im April 2006 daran, das Betriebssystem Solaris aggressiver zu vermarkten. Profitieren sollen die Geschäftszahlen des Computerherstellers unter anderem von mehr Wahlmöglichkeiten für die Kunden bei der Zusammenstellung von Hardware, Software und Dienstleistungen.

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