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22.06.2011

22:46 Uhr

Qualität im Internet

Plagiate-Wiki gewinnt Grimme-Online-Award

Elf Internet-Angebote sind mit dem renommierten Grimme Online Award für publizistische Qualität im Netz ausgezeichnet worden - darunter die Internet-Plattform GuttenPlag Wiki.

Ex-Verteidigungsminister zu Guttenberg bei seiner seiner Rücktrittserklärung am 1. März. Er hatte bei seiner Doktorarbeit abgeschrieben, was im nun ausgezeichneten GuttenPlag-Wiki online kollaborativ dokumentiert wird. Quelle: dpa

Ex-Verteidigungsminister zu Guttenberg bei seiner seiner Rücktrittserklärung am 1. März. Er hatte bei seiner Doktorarbeit abgeschrieben, was im nun ausgezeichneten GuttenPlag-Wiki online kollaborativ dokumentiert wird.

Köln„Die diesjährigen Preise belegen, welche Bandbreite es im Internet gibt“, sagte Uwe Kammann, Leiter des Adolf-Grimme-Instituts, bei der Verleihung der Preise für Qualität im Internet am Mittwochabend in Köln. Dies gelte auch für die Gestalter und Anbieter der Online-Angebote. Es müssten nicht unbedingt starke Häuser sein. Auch Einzelpersonen böten hervorragende publizistische Inhalte und Formate.

Mit rund 2100 Einreichungen für den Award wurde in diesem Jahr ein neuer Rekord erzielt. Nominiert waren 26 Web-Angebote.

Seit 2001 zeichnet das Grimme-Institut mit dem Grimme Online Award hochwertige Websites aus. Maximal acht Preise werden in vier Kategorien vergeben.

GuttenPlag-Wiki förderte zahlreiche Plagiate in der Doktorarbeit des früheren Bundesverteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) zutage. Die freiwilligen Mitarbeiter erhielten die Auszeichnung in der Kategorie „Spezial“ für die Idee, Initiative und Autorenschaft. Die Jury lobte den Angaben zufolge die „faire und unvoreingenommene Arbeitsweise der Administratoren des Wikis“. Das Projekt mache deutlich, dass Textvergleiche gut kollaborativ organisiert werden könnten und welche Möglichkeiten das Netz für gemeinsames Arbeiten biete.

Guttenberg war Anfang März von allen Ämtern zurückgetreten. In den Wochen zuvor war bekanntgeworden, dass seine Doktorarbeit zahlreiche Passagen enthält, die von anderen Autoren übernommen, aber nicht als Zitate gekennzeichnet worden waren. Die Universität Bayreuth befand nach einer Untersuchung, dass Guttenberg vorsätzlich getäuscht habe. Guttenberg selbst hatte den Vorwurf der bewussten Täuschung stets zurückgewiesen.

Kommentare (2)

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Muellmann

23.06.2011, 07:04 Uhr

Herzlichen Glückwunsch an das Team und die Idee.
Sie haben eine äußerst wichtige Arbeit gemacht, nämlich dass einerseits die Qualität von (wissenschaftlicher) Arbeit hoch gehalten werden kann, und dass es auch und gerade im Politik-Geschäft durchaus zu Sanktionen kommen kann, wenn ein "Blender" versucht, sich mit einem akademischen Titel Vorteile zu verschaffen.
MfG, C.H.

Danke_Danke_Danke

23.06.2011, 20:21 Uhr

Danke an euch. Ihr habt den Preis verdient. Das Internet macht vieles möglich. zu Guttenberg ist ein Hochstapler, genau wie Mehrin. Ohne euch würden diese Betrüger unbelangt weiter ihre hohen Bezüge abgreifen. Leider werden diese Verbrecher nicht verhaftet. Dafür ist das Volk leider zu dumm. Es verzeiht schnell, weil es die Schwere der Tat nicht begreift. Aber es wird ja gern regiert. Egal von wem. Wer dumm ist, schaut gern auf. Hauptsache Anzugträger.

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