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10.01.2005

08:30 Uhr

Rangeln um Allianzen

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VonAxel Postinett

Die Leitmesse der Konsumelektronik, die CES in Las Vegas, boomt genauso wie die Industrie die sie vertritt. Die Digitalisierung ist in vollem Gange und in der Wüste von Nevada wurde soeben die Marschrichtung für das laufende Jahr festgelegt.

HB LAS VEGAS. Digitale Heimvernetzung, Konzentration auf mobile Unterhaltung und Forcierung des hochauflösenden TV (HD-TV) und HD-Video. Gelingt die Vorarbeit, könnte im WM-Jahr 2006 die Ernte in Form kräftiger Umsatzsteigerungen eingefahren werden. Für 2005 sagt der US-Branchenverband CEA ein Wachstum von rund 11,6 Prozent auf mehr als 127 Mrd. Dollar voraus. Im vergangenen Jahr ist die Branche in Amerika um elf Prozent gewachsen – dreimal so stark wie zu Jahresanfang gedacht.

„Shift happens“ – diese kleine verbale Verballhornung eines freundlich lächelnden Top-Managers von Toshiba hätte man als augenzwinkernden Seitenhieb auf eine mit Pannen gespickte CES-Keynote von Microsoft-Gründer Bill Gates verstehen können. Tatsächlich sollte sie („Wandel passiert halt“) – nur die aktuelle Entwicklung der Branche zusammenfassen. Doch direkt an Konkurrenten wie Microsoft gerichtet sagte Yoshihidee Fujii, Pesident der Digital Media Network Group bei Toshiba unverblümt: „Die Ära des PC ist vorbei. Die Inhalte stehen im Mittelpunkt“.

Zumindest mit letzterem hatte er auf der CES 2005 Recht. Wichtigste mittelfristige Weichenstellung für die Branche war die massiv bekundete und mit Taten untermauerte Unterstützung des neuen High-Definition Videostandards HD-DVD, der unter anderem von Toshiba vorangetrieben wird.

„Nach Überprüfung der beiden möglichen Formate haben sich Warner Brothers, die Time-Warner- Schwestern New Line Cinema und HBO für HD-DVD als Videoformat der Zukunft entschieden“, verkündete etwa Jim Cardwell, President von Warner Home Video. Zum kommenden Weihnachtsfest werden bereits mehr als 50 Titel, darunter aktuelle Produktionen wie „Oceans Twelve“ und „Polar Express“ in nie da gewesener Bildqualität für das Heimkino in den Regalen stehen.

Insgesamt wollen Warner, Universal Pictures und Paramount zusammen gut 80 Titel bringen. Toshiba, Sanyo und NEC haben als Hardwarelieferanten im Gegenzug zugesichert, rechtzeitig auch die benötigten Laufwerke und Abspieler auf den Markt zu bringen.

NEC will Ende des dritten Quartals Nachrüstlaufwerke für PC für weniger als 500 Euro anbieten. Und schon Ende des Jahres soll ein Rekorder nachgeschoben werden. Das soll dann auch PC-Hersteller wie Dell oder HP überzeugen, die heute noch auf die Konkurrenz Blu-Ray (Sony, Philips, Panasonic) setzen.

Philips hat sofort reagiert. Der Produktionsstart eines integrierten PC-Brenners für Blu-Ray, DVD und CD wurde auf 2005 vorgezogen, sagte eine Philips-Sprecherin. Die Entscheidung fiel so kurzfristig, dass selbst auf den Standschildern bei Philips noch 2006 zu lesen war.

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