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05.03.2004

09:00 Uhr

Reich der Mitte bevorzugt einen eigenen Standard

WLAN-Verschlüsselung made in China

Das reiche der Mitte will sich bei der Verschlüsselung von WLAN-Zugängen nicht dem Diktat der andern Industrienationen Beugen. Die Suche nach dem eigenen Weg erregt jedoch das Misstrauen von Politik und Verbänden.

hiz DÜSSELDORF. China entwickelt sich zunehmend zu einem ernst zu nehmenden Faktor in der Wirtschaftswelt. Die Zeiten, in denen man das asiatische Land als billige Werkbank betrachtet hat, neigen sich schneller dem Ende als Manager und Politiker erwartet haben. Allerdings hat China immer noch Problem sich auch informationstechnisch einzureihen. Der Angst vor dem Internet und den subversiven Möglichkeiten sitzt tief. So ist auch zu verstehen, dass bei der Verschlüsselung ein eigener Weg gegangen wird.

Ein Erlass des chinesischen Staatsrats von 1999 erklärt jede Art von "gewerblicher Verschlüsselungstechnik" zum Staatsgeheimnis. Da die eigene Entwicklung WAPI (Wireless LAN Authentication and Privacy Infrastructure) anders als die international üblichen WEP (Wired Equivalent Privacy)und WPA (Wi-Fi Protected Access) nicht offen gelegt wurde, konnte bislang die Abhörsicherheit nicht von unabhängigen Experten geprüft werden. Bürgerrechtler befürchten, dass die chinesische Obrigkeit sich eine Hintertür zur WLAN-Kommunikation ihrer Bürger offen hält. Verschlüsselung in drahtlosen Netzen vorzuschreiben ist unbestritten Vorteilhaft, denn WLAN-Netzwerke, wie sie bei so genannten Hotspots eingesetzt werden, sind ein häufiges Ziel von Cyber-Attacken. Nach Ansicht der Chinesen haben sich die internationalen Standards als äußerst löchrig erwiesen.

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