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23.06.2015

13:55 Uhr

Report

Schon Dreijährige sind online unterwegs

Quelle:dpa

Kleine Kinder surfen im Internet. Das World Wide Web ist in ihrem Alltag angekommen. Das zeigt eine aktuelle Studie. Sie zeigt auch, dass die digitale Ausstattung von Kindern keine Frage des elterlichen Einkommens ist.

Tablet, Smartphone und Co. kennen schon kleine Kinder. Sie gehen mit diesen Geräten auch ins Internet. dpa

Kinder in der digitalen Welt

Tablet, Smartphone und Co. kennen schon kleine Kinder. Sie gehen mit diesen Geräten auch ins Internet.

BerlinDas Internet ist nach einer neuen Studie längst im Alltag kleiner Kinder angekommen und wird schon von Dreijährigen genutzt. Gut die Hälfte der Achtjährigen (55 Prozent) ist in Deutschland online, 37 Prozent sogar mehrfach in der Woche oder täglich. Auch bei den Sechsjährigen ist bereits fast ein Drittel (28 Prozent) teils regelmäßig im weltweiten Netz unterwegs - und selbst bei den Dreijährigen jedes zehnte Kind (10 Prozent).

Das geht aus dem Report „Kinder in der digitalen Welt” hervor, den das Deutsche Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) in Zusammenarbeit mit dem Sozialforschungsinstitut Sinus nach Umfragen mit Eltern und Kindern erarbeitet hat. Demnach werden Computer, Laptop, Tablet und Smartphone mit dem Schuleintritt immer wichtiger. Dann lösen sie Spielekonsolen als meistgenutzte Endgeräte ab.

Entscheidend dafür, ob Kinder überhaupt online gehen wollen oder im Netz unterwegs sein dürfen, sei die Nähe der Eltern zur „digitalen Lebenswelt” und ihre Einstellung zum Internet. Dabei übertreffen die Risiken aus Sicht der Eltern die Chancen, ermittelten DIVSI und Sinus. Deshalb verbieten zwei Drittel ihren drei- bis achtjährigen Kindern rigoros, ins Internet zu gehen. Als größte Gefahren gelten nicht kindgerechte Inhalte, der mögliche Kontakt zu Unbekannten oder Cyber-Mobbing.

Zwischen sechs und acht Jahren seien Mädchen und Jungen gleichermaßen interessiert an digitalen Medien und Internet - die Spielekonsole indes ist bei Jungen deutlich beliebter. Überhaupt seien Jungen bei ihrem Umgang mit digitalen Medien spieleorientierter, Mädchen recherchierten öfter Informationen, hieß es bei der Vorstellung des Reports in Berlin.

Kleine Kinder von Eltern mit geringerer Bildung setzten eher auf Unterhaltung und nutzten das Internet seltener für Informationssuche und Lernen als der Nachwuchs von Eltern mit höherer Bildung. Je geringer die elterliche Bildung, desto weniger engagierten sich Väter und Mütter, um ihre Kinder aktiv in die digitale Welt zu begleiten.

Die Studie betont, dass die digitale Ausstattung von Kindern und ihr technischer Zugang zu digitalen Medien und Internet trotz großer Einkommensunterschiede der Eltern keine Frage des Geldbeutels seien. „Kinder haben nahezu vergleichbare Möglichkeiten, auf Spielekonsolen, Smartphones und Computer beziehungsweise Laptops zuzugreifen. Ob sie die Geräte besitzen, hängt dabei ebenso wenig vom Einkommen ihrer Eltern ab wie die Frage, ob sie sie nutzen.”

Auch bei geringem Verdienst der Eltern würden nicht weniger Geräte angeschafft, so ein Ergebnis der Studie. Weiter heißt es jedoch: „Längst aber haben sich auch hier feine Unterschiede etabliert. Was früher lediglich die Markenjeans und die Sneakers mit der richtigen Anzahl an Streifen waren, wird heute ergänzt um die jeweils aktuellste Smartphone-Version mit der richtigen Ziffer am Ende der Produktbezeichnung.”

Tipps für Eltern

Wenn schon Kinder im Kita-Alter ins Internet möchten, verunsichert das viele Eltern. „Je nach Entwicklungsstand können Kinder ab etwa vier oder fünf Jahren gemeinsam mit ihren Eltern das Internet spielerisch entdecken”, sagt Martin Müsgens, Referent der EU-Initiative „Klicksafe”. Eltern können abwarten, bis das Kind selbst den Wunsch danach äußert. „Einfache und kindgerechte Spiele für zwischendurch, die nicht zu schnell oder actionlastig sind, sind hier die passende Wahl”, sagt Müsgens. Dann dürften die Kinder schon mal eine halbe Stunde spielen - aber nicht unbedingt jeden Tag.

Jüngere Kinder - mit etwa drei Jahren - müssten noch nicht im Internet unterwegs sein, meint der Experte. Eltern dürfen aber ruhig mal online mit ihnen gemeinsam eine Bildergeschichte oder einen kurzen Film anschauen.

Wenn Kinder dann das Internet für sich entdecken, ist es wichtig, sie zu schützen und zu begleiten. So sollten Eltern spezielle Jugendschutzprogramme installieren, rät Müsgens. Für den Anfang empfiehlt er spielerische Seiten wie „Internet-ABC.de” und Kindersuchmaschinen. Dort sind vor allem Webseiten gelistet, die sich gezielt an Kinder richten - aber beispielsweise auch die offiziellen Homepages bekannter Fußballclubs.

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