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27.08.2013

12:34 Uhr

Rivalität

Siri lästert über Google Glass

Es ist eine kleine Gemeinheit, die viel aussagt: Die Apple-Programmierer lassen den iPhone-Assistenten Siri über die Datenbrille Google Glass lästern – ein Seitenhieb gegen den Konkurrenten.

Siri soll iPhone-Nutzern das Leben erleichtern – Witze inklusive. dapd

Siri soll iPhone-Nutzern das Leben erleichtern – Witze inklusive.

BerlinSiri, persönlicher Assistent von iPhone- und iPad-Nutzern, hält nicht viel von der Datenbrille Google Glass. Wenn Nutzer Siri mit der für das Google-Gerät gedachten Anrede „OK, Glass“ ansprechen, antwortet die Spracherkennungssoftware mit spöttischen Sätzen wie „Ich glaube, das Glas(s) ist halb leer“. Oder es warnt davor, sich das Telefon auf die Stirn zu schnallen, und entgegnet: Zwinkern bringt bei mir nichts.“ Es ist das erste Mal, dass Apple die scharfe Rivalität mit Google mit solchen Nadelstichen auslebt.

Eine ähnlich verspielte wie bissige Antwort des Internet-Konzerns ließ nicht lange auf sich warten. Ein Sprecher erklärte im Namen von Google Glass: „Siri, es liegt an mir, nicht an Dir.“ Glass habe die Google-Sprachsuche kennengelernt und sei ihr verfallen: „Sie hört nicht nur zu, sie versteht mich.“ Ein Seitenhieb darauf, dass Siri manchmal Verständnisprobleme hat.

Google Glass

Prestigeprojekt des Gründers

Die Datenbrille ist für den Internet-Konzern ein Prestigeprojekt – Mitgründer Sergey Brin kümmert sich darum persönlich. Seine Vision: Mithilfe des kleinen Bildschirms soll das Internet noch nahtloser in den Alltag integriert werden, etwa indem dort Informationen wie Wegbeschreibungen, E-Mails oder das Wetter eingeblendet werden.

Erste Geräte für Tester

Google Glass war anfangs noch nicht reif für den Massenmarkt, Google versorgte einige Tausend Testnutzer mit Brillen. Sie mussten 1500 Dollar plus Steuern zahlen. Im April will der Konzern das Gerät in den freien Verkauf geben, allerdings nur in den USA und in begrenzter Stückzahl.

Olympus arbeitet an Datenbrille

Auch andere Unternehmen arbeiten an einer Datenbrille, etwa Olympus und Epson. Allerdings richten sich die Konkurrenzmodelle nicht unbedingt an Privatnutzer, sondern eher an Unternehmen, die eines Tages etwa Lagerarbeiter damit ausstatten könnten.

Andere tragbare Computer

Andere Anbieter arbeiten ebenfalls an tragbaren Geräten, die sich mit dem Computer verbinden können. So haben diverse Unternehmen, darunter Samsung, Sony und das Start-up Pebble, Smartwatch-Modelle im Angebot, die Nachrichten auf einem kleinen Monitor am Handgelenk anzeigen und ermöglichen, auf Anrufe zu reagieren.

Apple und Google probieren im neuen Markt der kleinen tragbaren elektronischen Geräte verschiedene Wege aus. Während Google auf die Datenbrille mit Kamera und kleinem Bildschirm vor dem Auge setzt, arbeitet Apple laut Medienberichten unter Hochdruck an einer Computer-Uhr.

Siri, gestartet vor knapp zwei Jahren, soll dem Nutzer eine sprachliche Kommunikation mit seinem iPhone ermöglichen. Man kann etwa einen Termin anlegen, eine Weckzeit einstellen oder einen Anruf organisieren. Google verfolgt eine mindestens genauso ambitionierte Vision mit dem Dienst Google Now, der Nutzer zum Beispiel auch auf anstehende Termine hinweisen und vor Verkehrsproblemen auf ihrem Weg warnen soll.

Apple versuchte von Anfang an, Siri mit einer frechen Persönlichkeit und einem Sinn für Humor zu versehen. So hat die Software witzige Antworten bei Heiratsanträgen oder Fragen nach ihren Eltern parat und reagiert angemessen auf Filmzitate. Auch Spitzen gegen die Konkurrenz sind für Apple nichts Neues: So wurde in der TV-Werbekampagne „Get a Mac“, die von 2006 bis 2009 lief, der Wettbewerber Microsoft ironisch aufs Korn genommen. Zuletzt trat Apple jedoch zurückhaltender auf, während sich der aktuelle Erzrivale Samsung sich in Werbespots immer wieder über iPhone-Nutzer lustig machte.

Von

dpa

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