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10.02.2005

13:12 Uhr

Roaming dürfte bald günstiger werden

EU prüft Roaming-Gebühren von Telekom und Vodafone

Die EU-Kommission hat nach längerer Prüfung nun auch formell Bedenken gegen die Höhe der so genannten Roaming-Gebühren der beiden Telefongesellschaften Deutsche Telekom und Vodafone in Deutschland angemeldet. Handykunden dürften mittelfristig von den geplanten EU-Auflagen profitieren.

HB BRÜSSEL. Die Kommission werde die Höhe der Gebühren prüfen, die die beiden Mobilfunk-Anbieter Reisenden aus dem Ausland bei der Benutzung ihrer Handys in Deutschland abverlangen, teilte die Kommission am Donnerstag mit. „Wir wollen sicherstellen, dass die Konsumenten nicht zuviel bezahlen, wenn sie ihre Mobiltelefone auf Reisen in der Europäischen Union gebrauchen.“ Dieser Vorteil dürfe nicht durch Roaming-Gebühren zunichte gemacht werden, die erheblich über den Tarifen für Mobilfunkgespräche im Inland liegen, wie es weiter hieß.

Im Juli hatte die Kommission ähnliche Einwände gegen die britischen Mobilfunk-Anbieter Vodafone und mm02 und ihre Roaming-Gebühren für die Handy-Benutzung in Großbritannien erhoben. In Deutschland lägen die Gewinne aus den Roaming-Gebühren noch um ein Vielfaches höher als bei vergleichbaren Diensten, sagte ein Vertreter der Europäischen Union.

Die Kommission will die Verfahren auch als Warnung an andere Betreiber von Mobilfunknetzen verstanden wissen, keine übermäßigen Roaming-Gebühren in Rechnung zu stellen. Derzeit seien die Kartellbeamten nur auf Deutschland und Großbritannien konzentriert, erklärte der Sprecher von EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes. Sie wird die Fälle nicht persönlich übernehmen. Weil Kroes vor ihrem Amtsantritt den Aufsichtsräten von Vodafone und mmO2 angehört hat, verpflichtete sie sich, sich in einem solchen Fall nicht an den Untersuchungen zu beteiligen.

Vodafone hatte jüngst angekündigt, dass seinen Kunden bald pro Roaming-Gespräch nur noch ein Einheitspreis berechnet werden. Dieser soll dem Vernehmen nach außerordentlich günstig sein und weit unter dem derzeitigen Minutentarif von 0,89 Euro für Roaming-Gespräche innerhalb der EU liegen. Der angekündigte Vorstoß dürfte laut Kommission die Wettbewerber nicht unbeeindruckt lassen. Vodafone-Sprecher Jens Kürten wollte sich dazu nicht äußern. „Über Tarife reden wir erst wenn sie fertig sind“, sagte er.

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