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12.08.2011

11:37 Uhr

Rückblick

Das lange Sterben des Personal-Computers

VonStephan Dörner

Am 12. August 1981 stellte IBM den ersten PC vor. Zum 30. Jahrestag lädt Handelsblatt Online zur Zeitreise ein: Ein Rückblick auf die PC-Ära aus dem Jahr 2041.

Der PC wird 30

Video: Der PC wird 30

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DüsseldorfStellen Sie sich vor, jeder einzelne Haushalt in Europa hätte sein eigenes kleines Kraftwerk in der Wohnung. Wenn zu viele elektrische Geräte gleichzeitig in Betrieb sind, reicht der Strom nicht aus. Wird gerade wenig Strom verbraucht, liegen dagegen riesige Stromkapazitäten brach.

Was absurd klingt, war in der Computerwelt lange Zeit gang und gäbe: Ein PC befand sich noch vor rund 20 Jahren in so gut wie jedem Haushalt. Die überdimensionierten Geräte wurden dabei meist nur für einfache Aufgaben wie E-Mail-Kommunikation, das Surfen im Web oder Textverarbeitung genutzt.

Eigentümlich klobig wirken diese Geräte heute, so wie auch der erste PC von IBM - dem Unternehmen, das den Begriff „Personal-Computer“ vor genau 60 Jahren einführte. Am 12. August 1981 stellte IBM mit dem IBM 5150 den ersten PC vor. Mit 16 Kilobyte Arbeitsspeicher mussten sich die Technik-Pioniere der damaligen Zeit begnügen. Textbefehle wurden Zeile um Zeile abgearbeitet – mit einer 4,77 Megahertz „schnellen“ Zentral-Prozesssoreinheit. Trotz solcher Beschränkungen entwickelten sich die Rechner rasch zum Erfolgsmodell - ein Jahr später war der IBM-PC „Man of the year“ des TIME-Magazins.

Die technischen Fähigkeiten der Geräte wuchsen natürlich mit der Zeit – lange aber nicht das Prinzip: Auch als die PCs nach und nach über das Internet vernetzt wurden, blieben sie weiterhin autonome Maschinen – groß, klobig, stromfressend. Die Menschen damals machten fast alles mit diesen Maschinen, was mit elektronischen Geräten zu tun hatte: Sie schrieben ihre Briefe auf demselben Gerät, das auch in der Lage war, 3D-Spiele darzustellen oder Filme zu schneiden.

Heute besitzen nur noch wenige Spezialisten einen eigenen stationären Computer. Unsere Telefone sind längst in der Lage, sämtliche Aufgaben zu bewältigen, für die man früher noch eigene Computer benötigte. Wer einen größeren Bildschirm benötigt, aktiviert einfach die Hologramm-Funktion des Handys. Eingaben erfolgen meist über die Sprache – und wer wirklich einmal eine Tastatur benötigt, kann sie per Funk verbinden. Für die extrem seltenen Fälle, in denen Privat-Nutzer mehr Rechenkraft benötigen, holen sie sich aus der Cloud.

iPhone als Wendepunkt

Doch wie starb der einst so populäre PC? Viele nennen das Jahr 2007 als Wendepunkt. Damals stellte Apple das iPhone vor. Es war bei weitem nicht das erste Telefon, das PC-Aufgaben wie das Surfen im Netz übernahm – aber das erste, das sich massenhaft durchsetzte. Wenig später kam das iPad auf den Markt, das erste Tablet, dem der Massendurchbruch gelang. Vier Jahre später war Apple der wertvollste Konzern der Welt.

Kommentare (6)

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VHSchmidt

12.08.2011, 15:29 Uhr

<Der PC war auch ein Stück Autonomie.>
Dank Apple werden Sie vielleicht im Jahr 2041 automatisch vom Netz abgekoppelt, wenn Sie etwas zu schreiben wagen, was die totale Kontrolle Ihrer Kommunikation und Ihrer PC-Nachfolgegeräte durch Apple kritisiert.

Account gelöscht!

12.08.2011, 17:03 Uhr

Wenn ich versuchen würde, aus der Perspektive des Jahres 2041 zu schreiben, würde ich den Leuten erst mal erklären, wer IBM und Apple waren, was eine App, ein Telefon oder gar ein Kilobyte.

Toddi

13.08.2011, 14:29 Uhr

Grundsätzlich denke ich wird sich eine Cloud für alle nicht durchsetzen. Gerade das ist in klein- und mittelständischen Betreiben ein K.O.-Kriterium, dass die Geschäftsdaten zu einem Cloudanbieter hochgeladen werden. Damit gibt man seine Daten aus der Hand und ist den Wohl und Wehe des Anbieters ausgeliefert. Die Idee, den Leistungsüberchuss eines einzelnen Servers/Computers zu nutzen, in dem eine andere Instanz diese Rechenkraft verbraucht, erreicht man ebenso gut durch Virtualisierung im eigenen Unternehmen. Software as a Service ist ein schöner Gedanke, mehr aber auch nicht.

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