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09.03.2006

12:35 Uhr

SAP, Oracle & Co.

Unternehmenssoftware-Markt vor Umbruch

Der Markt für Unternehmenssoftware steht vor einem drastischen Umbruch. Der Trend geht weg von Paketlösungen für einzelne Aufgabenbereiche hin zu einem prozessorientierten Ablauf, der möglicherweise auf nur noch einer Plattform gebündelt wird.

dpa HANNOVER. Dabei werde sich die Zahl der Systeme in einem Unternehmen weiter reduzieren, sagte der bei SAP, dem Marktführer für Unternehmenssoftware, für Technologie zuständige Vorstand, Shai Agassi, bei der Computermesse Cebit. Steve Prentice vom Marktforschungsinstitut Gartner sieht zudem eine weitere Konsolidierung bei den Softwareanbietern, bei denen viele immer noch vor allem auf die Lösung einer Problemstellung konzentriert sind. Zudem rückt der Mittelstand noch stärker in den Fokus der weltweit größten Softwarehersteller Microsoft, SAP und Oracle.

Nach Einschätzung Agassis müssten die Unternehmen spätestens bis 2008 in die neuen Technologien investieren, um den Trend nicht zu verschlafen. SAP selbst will bis 2010 die Hälfte des Softwareumsatzes mit neuen Produkten erzielen und will damit einen ähnlichen Wandel hinbekommen wie in den vergangenen fünf Jahren. SAP investiert derzeit vor allem in neue Mitarbeiter und Technologien. Oracle dagegen bevorzugt die Übernahme von Anbietern wie Peoplesoft und Siebel, die sich auf bestimmte Lösungen konzentrieren. Damit sind jetzt außer Microsoft alle namhaften US-Anbieter von Unternehmenssoftware unter einem Dach vereint.

Skeptisch zeigten sich Vertreter der potenziellen Kunden. So mahnte ein Daimler-Chrysler-Manager, dass er weiter keine "S-Klassen- Lösung" von SAP sehe. Der Lufthansa-IT-Vorstand Thomas Enders betonte, dass IT-Investitionen vor allem Wert schaffen müssten. Dabei könnte auch mal die Entscheidung, ein altes System zu erneuern, die richtige sein. SAP-Vorstand Agassi sieht jedoch in der Integration aller Softwarelösungen in einem Unternehmen auf eine Plattform die Chance, die IT in einem Unternehmen flexibler zu gestalten und schnell auch die Kosten zu senken.

Gartner-Experte Prentice geht davon aus, dass die Preise wegen der in Zukunft offeneren Architektur von IT-Struktur sinken werden. "Diese Entwicklung stellt eine Herausforderung für Software-Anbieter dar." Die Konsolidierung werde sowohl große als auch kleine Gesellschaft treffen.

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