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26.01.2005

09:25 Uhr

IT + Telekommunikation

SAP-Strategie: Wachstum statt Gewinn

Europas führender Softwarekonzern SAP hat mit seinem Ausblick für das Geschäftsjahr 2005 kein Ausrufezeichen gesetzt. Die Softwarelizenzen sollen zwar um bis zu zwölf Prozent steigen.

SAP

Das Logo auf dem Gebäude Nummer 1 der Firmenzentrale von SAP.

dpa FRANKFURT/MAIN/WALLDORF. Europas führender Softwarekonzern SAP hat mit seinem Ausblick für das Geschäftsjahr 2005 kein Ausrufezeichen gesetzt. Die Softwarelizenzen sollen zwar um bis zu zwölf Prozent steigen.

Die Börse hatte jedoch mit einem klareren Signal des Weltmarktführer für Unternehmenssoftware an die Konkurrenz gerechnet, die nach der Megafusion der US-Unternehmen Oracle und Peoplesoft dichter an die Walldorfer Softwareschmiede herangerückt ist. Die SAP-Aktie verlor wegen der mäßigen Prognose zeitweise mehr als zwei Prozent.

Als Zeichen von Schwäche wollte SAP-Chef Henning Kagermann am Mittwoch in Frankfurt den verhaltenen Ausblick für die nächsten zwölf Monate jedoch auf keine Fall werten. Die Softwareschmiede will 2005 vor allem in neue Produkte investieren und hat dafür bereits eine neue Serviceplattform in der Pipeline. Als Investition in die Zukunft wird auch die Einstellung von 3 000 neuen Mitarbeitern gesehen. „Ich denke, dass wir sehr gut aufgestellt sind“, betonte Kagermann.

Die grundsätzliche Einschätzung deckt sich auch mit der des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft (Bvdw) für die Softwarebranche in diesem Jahr. „Die Talsohle ist definitiv 2004 durchschritten worden“, sagte Vize-Präsident Rudolf Gallist. Die Umsätze bei den Unternehmen stiegen und es werde auch wieder Gewinn erzielt. Außerdem sei festzustellen, dass überall in der Branche wieder Beschäftigte eingestellt werden. „Wir sehen sehr positiv in die Zukunft“, betonte der Experte.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hatte SAP eine Punktlandung geschafft und die eigene Prognose bei den Softwarelizenzen mit einem Plus um zehn Prozent zum Vorjahr auf 2,36 Mrd. Euro erreicht. Der Jahresüberschuss lag 2004 bei 1,3 Mrd. nach 1,1 Mrd. Euro im Geschäftsjahr 2003. Das Ergebnis vor Steuern wuchs auf 2,1 Mrd. nach 1,7 Mrd. Euro im Vorjahr.

Auf die Bekanntgabe der vorläufigen Zahlen Mitte Januar hatte die Börse noch verschnupft reagiert. Das Papier des Weltmarktführers für Unternehmenssoftware rutschte zeitweise um über drei Prozent ab, da die Börsianer von dem Branchenprimus mehr als nur das Erreichen der eigenen Prognose erwartet hatten. Nach dem Ausblick für 2005 gab es ein ähnliches Bild: Die Prognose habe am unteren Ende der Erwartungen gelegen, sagte ein Händler zur Begründung. Zeitweise war das SAP- Papier schwächster Dax-Wert.

Ob die Konkurrenz von SAP ähnlich verhalten ins Jahr 2005 starten wird, wird sich bereits an diesem Donnerstag zeigen. Der Softwareriese Microsoft wird Zahlen zum zweiten Quartal vorlegen. Der weltgrößte Softwarekonzern gilt neben IBM, Oracle und Siebel zu den stärksten Konkurrenten des Walldorfer Dax-Unternehmens auf dem Markt für Unternehmenssoftware.

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