Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.10.2011

10:33 Uhr

Schädliche Software

Chaos Computer Club seziert Bundestrojaner

VonAndreas Sebayang
Quelle:Golem.de

Der Chaos Computer Club hat eine angeblich vom deutschen Staat entwickelte Schadsoftware in seinen Besitz gebracht. Der Trojaner ist für eine umfangreiche Überwachung entwickelt worden und brandgefährlich.

Computermonitoren auf einem Kongress des Chaos Computer Club in Berlin. Die Hacker haben eine staatliche Schadsoftware in ihren Besitz gebracht. ap

Computermonitoren auf einem Kongress des Chaos Computer Club in Berlin. Die Hacker haben eine staatliche Schadsoftware in ihren Besitz gebracht.

Eine laut Chaos Computer Club von staatlicher Seite programmierte Schadsoftware ist in die Hände der Hacker gelangt. In einer Analyse entdeckten sie, dass der Trojaner zusätzlich gefährliche Sicherheitslücken in infizierte Systeme einschleust.

Dem Chaos Computer Club wurde eine Schadsoftware zugespielt, die laut den Hackern vom deutschen Staat entwickelt und in Umlauf gebracht wurde. Der Club lässt kaum Zweifel aufkommen, dass es sich um staatlich entwickelte Spionagesoftware handelt, auch wenn an einigen Stellen der Analyse vorsichtigere Formulierungen verwendet werden.

Laut den Hackern des CCCs ist das vorliegende Stück Software umfassend für die Überwachung entwickelt worden. So kann der Trojaner nicht nur die Kommunikation abhören. Er könne auch "weitere Programme nachladen und ferngesteuert zur Ausführung bringen". Der Trojaner ist zudem in der Lage, Dateien auf dem Rechner des Angegriffenen zu manipulieren. Gerade eine solche Funktion dürfe sich in einer Software für die Verfolgung von Kriminellen nicht befinden. Der CCC wirft den Entwicklern vor, Software entworfen zu haben, die in der Lage ist, gefälschte Beweismittel auf Rechnern zu hinterlegen. Zudem kann der Trojaner auf Mikrofon, Tastatur und Kamera zugreifen, um etwa den Raum des Betroffenen abzuhören.

Skype, ICQ, MSN und Firefox sollen die Ziele der Schadsoftware sein. Die Informationen werden unter anderem per Screenshot abgefangen, aber auch Keylogger kommen zum Einsatz. Wie die Angegriffenen infiziert werden, konnte der CCC nicht herausfinden. Allerdings wissen die Hacker, wo Dateien abgelegt werden. In C:\windows\system32\ landen die DLL mfc42ul.dll und das Kernelmodul winsys32.sys. Auf modernen Rechnern funktioniert das Modul aber nicht, da die zugespielte Version nur auf 32-Bit-Systemen läuft.

Kommentare (6)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

azaziel

09.10.2011, 11:44 Uhr

Wenn der Staat wiederholt Gesetze bricht, Gesetze umgeht, Gesetze missachtet oder neue Gesetze schafft, die nicht mehr dem Prinzip der Rechtsstaatlichkeit oder dem Geist des Grundgesetzes entsprechen, ist es Zeit aufs allerhoechste alarmiert zu sein.

Lutz

09.10.2011, 11:51 Uhr

Legal, illegal, scheißegal!

Nicht die Anarchisten haben es geschafft dieses Motto durchzusetzen,
sondern deutsche Politiker.

Es ist an der Zeit, unsere Regierung zu überwachen!



poolliter

09.10.2011, 12:08 Uhr

Der Überwachungswunsch der Union ht schon wahnhafte Auswüchse.
Der Staat selbst wird zum Gesetzesbrecher.
China, Iran, Syrien lassen grüßen.
Da scheint schon pathologische Angst vor den Bürgern in der Bundesregierung zu herrschen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×