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24.01.2004

16:00 Uhr

Schnelle Datenverbindungen müssen nicht immer auf Kabel angewiesen sein

WiMax als DSL-Alternative

Ein neuer Wireless Standard könnte eine kostengünstige und effektive Alternative zu DSL- bzw. Kabelverbindungen werden. Der drahtlose Zugang ins Haus könnte zudem viele heute noch bestehende Probleme lösen.

hiz DÜSSELDORF. In der Welt der Datenkommunikation basiert alles auf Standards. 802.16 heißt die Norm, die unter dem griffigen Kürzel WiMax ihren Siegeszug antreten soll. Die Idee dahinter ist recht simpel: Datendienste per Antenne in die Haushalte bringen. Man spricht oft auch von der so genannten letzte Meile, also der Verbindung der Anwender mit der weitläufigen Daten-Infrastruktur. In die Haushalte kommen heute in der Regel zwei Kabel. Von den Telekomunternehmen die Telefonkabel, über die Telefon, ISDN und DSL geliefert wird, und das Stromnetz vom Energieversorger. Die Versuche, den Internetzugang über Stromleitungen zu ermögliche,n kommen seit Jahren nicht aus der Testphase heraus. Die meisten Anbieter haben angesichts der Probleme gar bereits aufgegeben. Zudem sind die Datenraten beider Technologien eingeschränkt.

Effektiver wäre die Versorgung über TV-Kabel, was in den USA weit verbreitet ist. Aber die Versorgung ist damit nicht flächendeckend, da viele Haushalte statt des Kabelanschlusses eine eigene Satellitenschüssel nutzen. Selbst bei vorhandenen Kabelanschlüssen sind nicht alle Anbieter in der Lage, die Kunden mit Datendiensten zu versorgen. Neue Kabel in die Haushalte zu verlegen, ist jedoch extrem teuer. So wird die Glasfaser-Leitung in jedes Haus, was die technisch ideale Lösung für alle Kommunikationsanschlüsse wäre, aus Kostengründen wahrscheinlich nie Realität werden.

Zu einem der größten Protagonisten der WiMax-Technologie gehört der Chipgigant Intel. Auf einer Tagung der Wireless Communications Association im kalifornischen San Jose skizzierte Intel-Manager Sean Maloney einen Fahrplan (Roadmap) zur weiteren Entwicklung dieses Standards. In den nächsten Jahren wird nach seiner Ansicht WiMax die Rolle der heutigen drahtlosen Zugänge, genannt WLAN oder WiFi, übernehmen. Die drahtlose Versorgung von Haushalten kann sich schnell zu einer preiswerten Alternative von DSL und Kabelmodem entwickeln, da die Installationskosten minimal sind.

Der Standard 802.16 wurde im Jahr 2003 von einem Gremium verabschiedet, zu dem neben Intel auch Firmen wie Fujitsu und Nokia gehören. Er erlaubt Verbindungen von bis zu 50 Kilometern Reichweite und Übertragungsraten von bis zu 70 Megabit pro Sekunde. Das ist fast 50-mal schneller als eine DSL Verbindung. Leider existiert die Technologie bislang nur auf dem Papier. Aber schon in diesem Jahr soll es die ersten Chips geben, mit denen die Gerätehersteller anfangen können, erste Produkte zu entwickeln. Vielleicht sehen wir im nächsten Jahr die ersten Antennen, die Daten per WiMAx austauschen. Jedenfalls arbeiten Telekom-Ausrüster wie Airspan Networks, Aperto Networks und Redline Communications und Provider wie BT in Großbritannien, Iberbanda in Spanien oder Reliance Infocomm in Indien aktiv an der Umsetzung des Standards.

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