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10.02.2005

17:00 Uhr

Schutz gegen Datenklau und Missbrauch

Hacker einfach aussperren

Die steigenden Aktivitäten von Virenautoren und Hackern, die immer raffinierter strukturierten Angriffe aus dem Internet verlangen neben Virenscannern bessere Sicherheitsvorkehrungen. Vor allem bei Privatanwendern herrscht großer Nachholbedarf.

Hacker haben es auf Daten von Privatrechnern abgesehen, Grafik: Symantec

Hacker haben es auf Daten von Privatrechnern abgesehen, Grafik: Symantec

hiz DÜSSELDORF. Immer häufiger versuchen Viren, Würmer, Trojaner und andere Schadprogramme, Bezahlfunktionen im Internet auszuspionieren, um Kreditkarten- und Kontoinformationen abzugreifen. Gefährdet sind nach Ansicht der Sicherheitsexperten von Symantec vor allem private Anwender. Viele private Rechner surfen immer noch ohne Sicherheitsmaßnahmen im Internet und setzen sich leichtfertig den Attacken von Hackern und Virenschreibern aus. Um sich gegen solche Attacken zu schützen, so die Fachleute, reichen Virenscanner allein nicht mehr aus. Der Einsatz einer Firewall, welche die Verbindungen vom Computer zum Internet überwacht, wird immer wichtiger.

Laut einer Erhebung des Statistischen Bundesamtes wurden innerhalb eines Jahres etwa vier Prozent der Internetnutzer Opfer von Datenmissbrauch. Jeder Hundertste hatte sogar den Missbrauch seiner Kreditkartenangaben zu beklagen. Schuld daran sind immer ausgefeiltere Angriffe aus dem World Wide Web: Trojaner wie Bizex führten erst vor wenigen Wochen eindrucksvoll vor, wie sich ganz unbemerkt über das Internet fremde Konten plündern lassen. Patrick Heinen, Sicherheitsexperte bei Symantec mahnt: „Jeder PC-Anwender, der ins Internet geht, erhält automatisch eine IP-Adresse und öffnet kleine Türen (Ports) ins Netz, über welche der Datentransfer stattfindet. Ohne Schutz ist der PC so jedoch offen wie ein Scheunentor: Hacker und Schadprogramme haben die Möglichkeit, durch die geöffneten Ports einzudringen. Einmal dort hineingelangt, sind vertrauliche Daten des Computernutzers, wie etwa Kennwörter und Kreditkartennummern, leicht ausspionierbar – ohne dass der Anwender etwas davon mitbekommt.“

Nicht nur das Ausspionieren von, sondern auch die Fernsteuerung befallener Rechner ist möglich. Laut des letzten Sicherheitsberichts von Symantec haben im letzten Halbjahr so genannte BotNets, dem Kürzel für Robot Networks, von 2 000 auf 30 000 Rechner pro Tag zugenommen. Bots sind Programme, die heimlich auf Rechnern installiert werden und die Fernkontrolle des Computers ermöglichen. Da sich die Bots zu großen Netzwerken zusammenschließen lassen, sind somit auch Privat-PCs für professionelle Hackerzirkel interessant geworden, zum Beispiel für den Versand von Spam-Mails. „Virenscanner können gegen solchen Missbrauch wenig ausrichten. Hier muss eine Firewall die Schutzfunktion erfüllen, die die Schnittstellen zum Internet kontrolliert und bei unbefugten Zugriffsversuchen warnt“, erklärt Heinen.

Firewalls dienen als Schutz gegenüber den unerwünschten Datenströmen aus dem Internet. Eingehende Daten werden analysiert und gefiltert. Zusätzlich versteckt sich der Rechner vor ungewollten Anfragen aus dem Netz. Versucht ein Hacker den PC über einen bestimmten Befehlscode (Ping) im Internet zu finden, unterbindet die Firewall die ansonsten automatisch erfolgende Antwort des Rechners. Der Computer und seine IP-Adresse bleiben somit unsichtbar und sind schwerer für Hacker ausfindig zu machen.

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