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02.02.2004

16:40 Uhr

SCO-Server erfolgreich lahmgelegt

Mydoom bleibt brandgefährlich

Der seit rund einer Woche weltweit grassierende Internet-Wurm Mydoom hat am Montag die Web-Seiten der US-Software-Firma SCO lahm gelegt. Und noch immer können Virenexperten keine Entwarnung geben, denn der nächste Computerschädling kommt bestimmt.

Der Internte-Wurm Mydoom ist der sich bislang am schnellsten verbreitende Computerschädling, Foto: dpa

Der Internte-Wurm Mydoom ist der sich bislang am schnellsten verbreitende Computerschädling, Foto: dpa

HB HAMBURG. Monatlich werden mehrere hundert „Krankheitserreger“ ins Netz entlassen, und seit Jahren richten die wirksamsten unter ihnen immer größeren Schaden an. Die Urheber der Schädlinge werden - den ausgelobten „Kopfgeldern“ zum Trotz - in den wenigsten Fällen gefasst.

Mydoom ist der sich bislang am schnellsten verbreitende Computerschädling in der Geschichte, sind sich Experten einig. Bislang soll er nach Schätzungen des finnischen Sicherheitsunternehmens F-Secure weltweit rund 400 000 Computer infiziert haben. Nach Berechnungen des britischen Sicherheitsunternehmens mi2g hat es der Wurm gemessen am wirtschaftlichen Schaden, den er weltweit angerichtet hat, ebenfalls unter den Top Ten der Schädlinge auf Platz eins gebracht.

Durch erhebliche Einbußen in der Produktivität, nötige Software- Upgrades, Verstopfungen der Datenleitungen und durch die deshalb erforderlichen Umverteilungsmaßnahmen habe Mydoom bis heute einen Schaden von 38,5 Mrd. Dollar verursacht, schätzt das mi2g. Damit habe der Wurm den bislang aggressivsten Schädling Sobig noch um 1,4 Mrd. Dollar überrundet. Der Karlsruher Virenexperte Christoph Fischer rät bei solchen Zahlen allerdings zur äußersten Vorsicht, da es sich nur um Schätzungen mit vielen Unbekannten handelt. „Wenn all diese Zahlen stimmen würden, läge die Weltwirtschaft schon am Boden.“ Sicher sei, dass solche Wurmattacken die Unternehmen sehr viel Geld kosten. „Hunderte von Mill. dürften es bei der Schadenssumme schon sein“, sagte Fischer.

Trotz einwöchiger „Warnung“ war es SCO nicht gelungen, den geplanten Angriff auf ihre Website am Montag zu verhindern. Auch Microsoft steht im Fadenkreuz einer Attacke: Am kommenden Mittwoch wird die Wurm-Variante Mydoom.B auch eine so genannten DoS-Attacke gegen die Homepage des weltgrößten Softwareunternehmens starten und die Server mit einer nicht mehr zu bewältigenden Flut von E-Mails überschwemmen. Nach Erkenntnissen von F-Secure ist die B-Variante jedoch nicht so effektiv und könnte mit ihrem geplanten Angriff durchaus einen Flop erleiden.

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