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29.09.2011

13:44 Uhr

Scoopcamp

Unzertrennlich: Technik und Journalismus

Medienmacher müssen nach Ansicht der Interaktiv-Chefin der US-Nachrichtenagentur Associated Press, Shazna Nessa, stärker Technik und Journalismus miteinander verknüpfen.

Medien im Wandel. Nach Ansicht der Interaktiv-Chefin der Associated Press, Shazna Nessa, gehören Technik und Journalismus zusammen. dpa

Medien im Wandel. Nach Ansicht der Interaktiv-Chefin der Associated Press, Shazna Nessa, gehören Technik und Journalismus zusammen.

HamburgMedienmacher müssen nach Ansicht der Interaktiv-Chefin der US-Nachrichtenagentur Associated Press, Shazna Nessa, stärker Technik und Journalismus miteinander verknüpfen. „Wir brauchen mehr Entwickler im Newsroom und mehr Journalisten, die programmieren können“, sagte Nessa am Donnerstag in Hamburg auf der Medienkonferenz Scoopcamp. Im digitalen Zeitalter habe sich die Kommunikation verändert. „Die neue Sprache heißt Programmieren.“

Gefragt sei die Kombination aus Journalismus und IT-Know-how vor allem deswegen, weil im Internet Massen von Daten bereitstünden, in denen viele journalistische Geschichten verborgen seien. „Die menschlichen Möglichkeiten sind aber begrenzt, wir brauchen Computer, die die Datenfluten auswerten“, sagte die AP-Journalistin.

Der sogenannte Datenjournalismus diene nicht nur der investigativen Berichterstattung. „Gerade Reporter können etwa in Grafiken umgesetzte Daten benutzen, um ihre Geschichten zu erzählen“, sagte Nessa. Viele Zeitungen in den USA würden auf ihren Websites immer mehr interaktive Grafiken nutzen. So zum Beispiel bei der Atom-Katastrophe im japanischen Fukushima im März. „Die Idee, Nachrichten live über interaktive Grafiken zu verbreiten, ist gerade sehr gefragt.“

Journalisten sollten sich der technologischen Entwicklung nicht entziehen, sondern sie vielmehr mit gestalten, sagte Nessa. „Bekämpft es nicht, sondern fühlt es“, forderte sie die Medien auf.

Der ehemalige Chefredakteur von „Focus Online“, Jochen Wegner, warnte die Medienunternehmen davor, bei der Umsetzung ihrer Produkte für Tablet Computer alle technischen Möglichkeiten auszunutzen: „Es sieht toll aus. Aber niemand will das haben.“ Die Leser sollten beim Lesen eines digitalen Magazins keine Schwierigkeiten haben, sich zu orientieren und durch die Seiten zu blättern, sagte Wegner, der zusammen mit dem deutschen Software-Unternehmer Marco Börries das Berliner Unternehmen mag10 publishing gegründet hat. Es sei auch von Vorteil, die Anwender in die Lage zu versetzen, Inhalte aus der kostenpflichtigen Tablet-App im kostenlosen Web mit anderen Usern zu teilen. „Die beste Werbung für guten Content ist guter Content.“

Arnd Benninghoff, Geschäftsführer von ProSiebenSat.1 Digital, sagte, in der Vergangenheit sei beim Fernsehen die Innovation immer von neuer Hardware bestimmt worden. Das habe sich aber geändert, weil das Internet via Hybrid-Fernsehen (HbbTV) auf dem Bildschirm angekommen sei. Sein Sender versuche, die Zukunft des TV durch eine starke Einbindung sozialer Medien wie Facebook und die Bereitstellung der Inhalte auf verschiedenen Plattformen wie Spielekonsolen oder Smartphones zu gestalten. Erfolgreich sei auch das Andocken von digitalen Spielen an die TV-Inhalte. „Das Fernsehen bleibt Leit-Medium“, sagte Benninghoff mit einem Verweis auf Zuschauerzahlen - erntete für diese These auf der Tagung aber auch Kritik.

Das Scoopcamp findet in diesem Jahr zum dritten Mal statt. Die Veranstaltung wird von der Deutschen Presse-Agentur (dpa) und dem Business-Netzwerk Hamburg work ausgerichtet. Sie will Journalisten und Programmierer in Medienbetrieben zusammenbringen.

Von

dpa

Kommentare (1)

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pendler

29.09.2011, 14:37 Uhr


Wie die Medien Bilderberg verschweigen


Ja, es haben einige wenige Mainstreammedien berichtet, Bilderberg findet statt, mehr nicht, die kann man aber an einer Hand abzählen. Die Masse hat es verschwiegen und über Bilderberg und wer dort war hat praktisch keiner was erzählt. Warum? Deshalb, weil die Nachrichtenagenturen nichts darüber gebracht haben und wenn die Nachrichtenpipeline nicht mit so einer Meldung gefüttert wird, dann kommt auch am anderen Ende bei den Zeitungen und Fernsehsendern nichts auf dem Ticker raus.

Die vielen Medien werden ja nicht dauernd direkt kontrolliert, sondern man muss nur die wenigen Nachrichtenagenturen als Quelle unter Kontrolle haben und schon klappt es mit der Zensur.

Dazu kommt noch, von den ca. 1'200 Meldungen die pro Tag von den Agenturen reinkommen, werden nur 25 bis 30 dann tatsächlich verwendet. Da findet nochmal eine Auslese statt. Was wir lesen, hören und sehen ist nur ein winziger Bruchteil von dem was wirklich passiert.

Die Medien betreiben Copy & Paste Journalismus, kopieren nur was über die Agenturen reinkommt in ihre Blätter und vermelden es. Wenn nichts kommt, dann können sie auch nichts melden. Eigene Recherche betreiben sie ja schon lange nicht mehr. Von keinem grossem TV-Sender oder Zeitung ausserhalb Spaniens war ein Reporter in Sitges anwesend, ausser Charley Skelton im Auftrag des Guardian und jemand von Russia Today.

Warum war zum Beispiel niemand aus Holland da, wenn ihre Königin aber dort war? Ich meine, wenn sie sonst irgendwo auftaucht, würden hundert Paparazzi sie belagern und für die Boulevardpresse Fotos schiessen. Aber hier kein einziger. Die Abwesenheit der Medien muss doch extra so befohlen sein.

Hier ein Bildschirmausschnitt der Suchanfrage bei den Nachrichtenagenturen Reuters und bei AP mit dem Stichwort "Bilderberg". Was für eine Überraschung, es gibt keine Artikel von ihnen darüber ... nichts!!!

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