Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.01.2005

07:58 Uhr

Sicherheitstools zahlen sich aus

Mobile Wachmannschaft für ihr Notebook

VonDirk Schäfer

Diebstahl, Viren oder die umgeschüttete Kaffeetasse - Besitzer von Notebooks, PDAs und Handys müssen mit einer Menge Unbill kämpfen. Notebook-Versicherungen sind in der Praxis oft alles andere als eine Sicherheit. Doch es gibt einfache Mittel und Tools, die im Fall der Fälle Schlimmeres verhindern können.

Der Lüdenscheider Lichtdesigner Stefan Rottmann dachte, dass die 300 Euro für eine Notebook-Versicherung gut angelegt seien. Doch als sein knapp 4.000 Euro teures High-End-Gerät fünf Wochen nach dem Kauf unfreiwillig den Besitzer wechselte, wurde er eines besseren belehrt. "Ich ging davon aus, dass der Diebstahl von der CompleteCare-Versicherung von Dell gedeckt wäre. Zu der Zeit wurde in der Dell-Werbung noch von der Vollkasko für den Computer gesprochen", so Rottmann. Die Versicherung jedoch übernahm den Verlust nicht. Tatsächlich verkauft Dell Kunden das CompleteCare-Versicherungspaket mit den Worten: Gegen alle Eventualitäten abgesichert. Mit den zahlreichen Ausschlussklauseln in den Vertragsbedingungen hält Dell sich allerdings Schadensregulierungen weitgehend vom Hals. Ein Diebstahl ist zum Beispiel nur dann ein Diebstahl, wenn eingebrochen oder der Besitzer überfallen wurde. Auf die Kluft zwischen realen Vertragsbedingungen und den Anpreisungen aus der Werbewelt hingewiesen, antwortete die Pressestelle von Dell: "Die von Ihnen genannte Suggerierung falscher Tatsachen ist für uns nicht nachvollziehbar."

Ob versichert oder nicht - geht ein mobiles Arbeitsgeräte verloren, sind die Kosten für eine Neuanschaffung oft der kleinere Teil des Schadens. Der Verlust wichtiger Daten wiegt viel schwerer. Lichtdesigner Stefan Rottmann musste einen Auftrag absagen, weil Daten für ein Bühnenkonzept fehlten. Für Abhilfe muss der Anwender hier freilich selbst sorgen. Eine sichere Methode ist, Daten regelmäßig auf einer externen Festplatte oder einem Server im Unternehmen abzulegen. Images machen die Sache dabei sehr komfortabel. In ihnen sind alle aktuellen Daten, Anwendungen sowie sämtliche persönlichen Einstellungen wie in einem Foto festgehalten. Ist das Notebook futsch, muss man lediglich das zuletzt gespeicherte Image auf das Ersatzgerät kopieren und verliert so auch keine Zeit mit der Einrichtung der Anwendungssoftware. Möglich ist das zum Beispiel mit der Software True Image von Arconis, die sich auch für den Einsatz in Netzwerken eignet. Noch komfortabler ist das Produkt Ghost von Symantec. Damit lassen sich nicht nur Sicherungs-Images erstellen, es hilft auch bei der zentralen Administration von Notebooks, etwa bei nötigen Updates. In der Mac-Welt sorgt beispielsweise der Carbon Copy Cloner dafür, dass Benutzerdaten samt allen Einstellungen übertragen werden können. Mit entsprechenden Scripts lässt sich bei solcher Software auf vielen Plattformen das Backup automatisieren.

Wer sicher gehen möchte, dass seine Daten durch den Diebstahl eines Notebooks oder PDAs nicht in falsche Hände geraten, dem bieten sich zusätzliche Sicherheitstools an. Das Produkt Safe Guard der Utimaco Safeware AG zum Beispiel verschlüsselt alle Daten auf der Notebook-Festplatte oder dem PDA. Einmal installiert ist der Zugang nur noch mit dem richtigen Passwort möglich. Selbst ein Ausbau der Festplatte hilft Utimaco zufolge nicht, an die Daten zu kommen. Die neueste Version von Safe Guard kostet ab 30 Euro. Von solchen Lösungen angesprochen fühlen sollten sich "... alle Anwender, deren Daten bewusst gestohlen werden könnten", meint Birgit Weber aus der Marketingabteilung von Utimaco. Weitere Anbieter im Markt sind Scurstar, Abit und Maxxdefense. Der große Vorteile solcher Lösungen ist, dass sie das gesamte System schützen. Bereits beim Startvorgang fragen die Tools nach einem Passwort.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×