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27.01.2005

09:55 Uhr

IT + Telekommunikation

Siemens trotz Handy-Krise mit Gewinnanstieg

Der Siemens-Konzern hat zum Abschied von Vorstandschef Heinrich von Pierer den Gewinn trotz massiver Probleme im Handygeschäft gesteigert. „Das Unternehmen ist insgesamt in einem sehr guten Zustand“, sagte Pierer am Donnerstag bei der Hauptversammlung in München.

Siemens-Produktion

Blick in die Produktion der Siemens AG Leipzig.

dpa MÜNCHEN. Der Siemens-Konzern hat zum Abschied von Vorstandschef Heinrich von Pierer den Gewinn trotz massiver Probleme im Handygeschäft gesteigert. „Das Unternehmen ist insgesamt in einem sehr guten Zustand“, sagte Pierer am Donnerstag bei der Hauptversammlung in München.

Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2004/05 (30. September) verbesserte Deutschlands größter Elektrokonzern das operative Ergebnis der Bereiche um fünf Prozent auf 1,4 Mrd. Euro. Der Überschuss legte wegen eines Beteiligungsverkaufs sogar um 38 Prozent auf 1,0 Mrd. Euro zu. Im Gesamtjahr soll der Gewinn weiter steigen. Der Umsatz blieb etwas hinter den Erwartungen zurück.

Nach zwölf Jahren an der Spitze von Siemens verabschiedete sich der 64-jährige Pierer in den Aufsichtsrat. Der neue Vorstandsvorsitzende Klaus Kleinfeld war bisher Vize. Er muss vor allem in der Kommunikationssparte aufräumen. Die Aktionäre und der scheidende Aufsichtsratschef Karl-Hermann Baumann dankten Pierer für seine Arbeit. „Sie übergeben ein gut bestelltes Haus“, lobte Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz vor 10 800 Aktionären. Im Gegensatz zu vielen anderen großen Konzernen gab es keinen Widerstand von Aktionärsschutzvereinigungen gegen den Wechsel Pierers vom Vorstandsvorsitz auf den Chefsessel im Aufsichtsrat.

Im ersten Quartal verschärften sich allerdings die Probleme im Handygeschäft nochmals. Im abgelaufenen Quartal brach der Absatz bei Siemens von 15,2 auf 13,5 Mill. verkaufte Geräte ein. Die Handysparte machte einen Verlust von 143 Mill. Euro nach einem Gewinn von 64 Mill. Euro im Vorjahreszeitraum und einem Minus von 141 Mill. Euro im Vorquartal. Pierer deutete an, dass eine Schließung nicht die bevorzugte Option ist. „Da sind auch große Werte da.“ So habe man eine gute Marke und exzellente Werke. Ein Sanierungskonzept konnte Pierer aber noch nicht präsentieren.

Der Siemens-Umsatz sank im ersten Quartal um ein Prozent auf 18,2 Mrd. Euro. Viele Analysten hatten mit einem leichten Anstieg gerechnet. Im Gesamtjahr sollen die Erlöse trotz des schwachen Dollar aber steigen. „Das hängt im Einzelnen aber von der weiteren Währungsentwicklung ab.“ Der Auftragseingang stieg im ersten Quartal des Geschäftsjahres von 20,5 auf 21,5 Mrd. Euro.

Die Geschäftsbereiche entwickelten sich höchst unterschiedlich. Größter Ertragsbringer war mit einem Gewinnanstieg von 221 auf 262 Mill. Euro die Automatisierungssparte. Wegen hoher Margen bei Mobilfunknetzen konnte die neue Kommunikationssparte Com trotz der Handy-Probleme den Gewinn von 174 auf 240 Mill. Euro steigern. Auch die Energieerzeugung und der Lichtkonzern Osram waren trotz rückläufiger Gewinne Ertragsbringer mit jeweils rund 215 Mill. Euro. Dagegen rutschte der IT-Dienstleister SBS mit einem Minus von 25 Mill. Euro (Vorjahresquartal: plus 44 Mio) in die Verlustzone. Auch die Industrie-Dienstleistungen, die Gebäude- und die Verkehrstechnik verfehlten die Renditeziele.

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