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19.02.2013

04:47 Uhr

Social-Media-Schlamassel

@BurgerKing Ziel von peinlicher Hacker-Attacke

VonMichaël Jarjour

Für Burger King wurde ein Social-Media-Albtraum wahr: Hacker maskierten den Account des Fast-Food-Riesen als den eines Rivalen, verbreiteten geschmacklose Nachrichten und machten das Konto zum Gespött des Tages.

So präsentierte sich der gehackte Twitter-Account von Burger King der Öffentlichkeit. ap

So präsentierte sich der gehackte Twitter-Account von Burger King der Öffentlichkeit.

New YorkFür Burger King endete die alte Woche mit überraschend guten Bilanzzahlen, doch die neue begann mit einem peinlichen PR-Zwischenfall: Hacker verschafften sich Zugang zum Twitter-Konto des Fast-Food-Riesen und ließen es so aussehen, als wäre es das Konto des Rivalen McDonalds. Über einer Stunde lang sendeten die Unbekannten etliche geschmacklose Kurznachrichten und behaupteten, die Firma sei von der Konkurrenz McDonalds gekauft worden. Das Konto behielt die ganze Zeit weiter das blaue Häkchen, das die Echtheit Kontos garantieren soll.

Andere Kurznachrichten zeigten Fotos, die widerliche Burger abbildeten oder „Mitarbeiter“ des Unternehmens, die Drogen konsumierten. Andere Nachrichten machten Werbung für den US-Rapper Chief Keef, der derzeit wegen eines Waffendelikts im Jugendgefängnis sitzt.

Später wurde das Konto gesperrt. Ein Sprecher des Unternehmens, Bryson Thornton, entschuldigte sich öffentlich für den Zwischenfall. Das Konto werde von einem hauseigenen Social-Media-Team und einer externen Agentur überwacht, sagte er US-Medien. Wie viele Mitarbeiter das Passwort zu dem Konto kennen, wollte Thornton nicht sagen.

Als das Konto am späten Abend wieder online ging, verschickte das Unternehmen den Tweet: „Interessanter Tag hier bei Burger King – aber wir sind zurück!“

Tatsächlich war es interessant zu verfolgen, wie sich die Verantwortlichen mit dem Vorfall beschäftigten. Sie hatten sichtbar Mühe, die Kontrolle über das Konto zurück zu gewinnen. Nachdem der Account erst über eine Stunde nach dem Angriff gesperrt wurde, war er kurz daraufhin wieder sichtbar. Zwar wurde das falsche „McDonalds“-Profil entfernt, doch die teilweise rassistischen Kurznachrichten der Hacker waren wieder für jeden sichtbar. Erst nach einiger Zeit wurden sie alle hinter einem Passwortschutz versteckt. „Möglicherweise ist es Zeit, einen neuen Social-Media-Verantwortlichen einzustellen“, schrieb eine Kundin auf der Facebook-Seite des Unternehmens.

Die wertvollsten Fast-Food-Marken

Methodik

Einmal jährlich berechnet das US-Marktforschungsinstitut Millward Brown den Markenwert der wertvollsten Fast-Food-Ketten der Welt. Handelsblatt Online zeigt, welche Marken besonders gut abschneiden. (Stand: Mai 2013)

Platz 10

Taco Bell - Markenwert: 1,99 Milliarden Dollar

Die berühmte Burrito-Kette verkauft ihre mexikanischen Spezialitäten vor allem in den USA. Zwei Millionen Kunden und 5800 Filialen machen die Möchtegern-Mexikaner zu dem Umsatztreibern des Fast-Food-Riesens Yum!-Brands.

Platz 9

Burger King - Markenwert: 2,44 Milliarden Dollar

Was die Größe betrifft sind die Erfinder des Whoppers der größte McDonalds-Konkurrent. Beim Markenwert spielt die Burgerkette trotz 12.700 Filialen in 73 Ländern weltweit aber in einer anderen Liga.

Platz 8

Panera - Markenwert: 3,03 Milliarden Dollar

Die Backshop-Kette ist neu in den Top 10. Dort gibt es Brötchen, aber auch kleine Speisen wie Suppen. Die Kette hat mehr als 1700 Filialen in den USA und Kanada.

Platz 7

Tim Hortons - Markenwert: 3,38 Milliarden Dollar

Durch rasantes Wachstum hat die kanadische Kette in ihrem Heimatland sogar McDonald's überholt. In den 3300 Filialen werden besonders Kaffee und Donuts verkauft.

Platz 6

Chipotle - Markenwert: 4,97 Milliarden Dollar

Burritos und Tacos sind die Klassiker bei der US-Kette, die mexikanisches Essen serviert. Das Unternehmen wurde vor 20 Jahren gegründet und gehörte zwischendurch ein paar Jahre zu McDonald's.

Platz 5

Pizza Hut - Markenwert: 6,01 Milliarden Dollar

Die 12.000 Filialen der weltgrößten Pizzakette gehören ebenfalls zum Yum!-Imperium. Statt mit der klassischen italienischen Pizza feiert die Kette vor allem mit Pan-Pizzen Erfolge, die in der Pfanne serviert werden.

Platz 4

Kentucky Fried Chicken (KFC) - Markenwert: 9,95 Milliarden Dollar

Noch heute lächelt KFC-Gründer Colonel Harland Sanders von jedem Eimer mit Hähnchenflügeln, der über die Ladentheke geht. Die Kette, die ebenfalls zu Yum! gehört, steht seit mehreren Jahren in der Kritik von Tierschützern.

Platz 3

Subway - Markenwert: 16,69 Milliarden Dollar

Während Subway in den USA als beliebter Franchisepartner gilt, gingen der Sandwich-Kette in Deutschland reihenweise die Franchisenehmer von der Stange. Im Markenwert werden die US-Brötchengeber aber nur von zwei Konzernen geschlagen.

Platz 2

Starbucks - Markenwert: 17,89 Milliarden Dollar

Die Zeit des rasanten Wachstums ist vorbei. Die US-Kaffeekette wächst, aber die Wirtschaftskrise hinterlässt ihre Spuren in der Bilanz. Im Markenwert ist trotzdem keine Kaffeekette besser – und Starbucks hat im Vorjahresvergleich stark zugelegt.

Platz 1

McDonald's - Markenwert: 90,26 Milliarden Dollar

Das goldene M, Heimat von Big Mac und Chicken McNuggets, ist beim Markenwert einsam an der Spitze. Mit 34.000 Filialen in 118 Ländern gibt es kaum einen Winkel der Welt, in dem der Fast-Food-Riese nicht aktiv ist.

Auch die Konkurrenz mischte sich in die Diskussion ein: „Wir haben Mitgefühl mit unseren Kollegen @BurgerKing“, hieß es im Namen von McDonalds auf Twitter. Die Firma versicherte, dass sie mit dem Hack nichts zu tun hatte. „Alle schauen nun auf euch @Wendys“, scherzte ein Reporter in einer Nachricht an den Fast-Food-Rivalen. „Wir haben ein Alibi“, gab die Social-Media-Abteilung von Wendys zurück. In einem anderen Tweet sagte eine Social-Media-Managerin von Wendy’s, was sich auf dem Burger-King-Konto abspiele, sei ihr absoluter Albtraum.

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19.02.2013, 09:29 Uhr

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