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10.05.2012

13:39 Uhr

Social Web

Welches Netzwerk wofür?

VonStephan Dörner

Facebook, LinkedIn, Google+, Path oder Pinterest – braucht man das alles? Es kommt drauf an. Wir zeigen, welches der populären Online-Netzwerke welchen Zweck erfüllt - vom Business-Treff bis zur Nische.

Facebook und Google+ kämpfen um dieselbe Zeilgruppe. Beide wollen ein Allzweck-Netzwerk sein. Doch in der Nische haben sich Start-Ups breit gemacht. dpa

Facebook und Google+ kämpfen um dieselbe Zeilgruppe. Beide wollen ein Allzweck-Netzwerk sein. Doch in der Nische haben sich Start-Ups breit gemacht.

DüsseldorfFacebook ist mit weltweit über 900 Millionen angemeldeten Mitgliedern das mit Abstand größte soziale Online-Netzwerk – die Chance hier auf Bekannte, Familienangehörige und Freunde zu treffen, ist hier am größten. Damit ist Facebook die Allzweck-Netzwerk unter den sozialen Netzwerken.

Das Konzept ist am Freunde-Prinzip orientiert mit synchronen Beziehungen orientiert. Das bedeutet, dass Freundschaften bei Facebook in der Regel auf Gegenseitigkeit beruhen. Durch die Konkurrenz von Google+ und Twitter hat Facebook das Konzept allerdings erweitert. Seit einigen Monaten können Nutzer ihr Profil auch so einstellen, dass nicht nur Freundschaften, sondern auch ein Abonnement der Status-Nachrichten möglich ist. Noch länger ist das Abo-Prinzip bereits bei Nachrichten von sogenannten Fanpages möglich. Darüber versorgen große Unternehmen, Nachrichtenseiten oder Prominente ihren Kunden oder Fans mit den wichtigsten Informationen.

Facebook hat noch einen Ruf als Netzwerk für Jugendliche – doch das stimmt zunehmend nicht mehr. Auf Facebook finden sich bereits seit längerem alle Altersklassen. Facebook ist vor allem für zwei Dinge gut: Der offensichtliche Nutzen ist das Pflegen von Kontakten. Neben der Möglichkeit, das eigene Umfeld über private Nachrichten zu erreichen, bleiben die Nutzer so über die Status-Nachrichten der Freunde informiert. Facebook geht aber dank der Fanpages längst auch darüber hinaus: Wer die Nachrichten von Nachrichten-Websites, Unternehmen, Sportclubs oder Prominente abonniert, bleibt auch über die Nachrichten informiert, die ihn interessieren. 2011 hatten einer McKinsey-Studie zufolge 61 Prozent der Fortune-100-Unternehmen eine Präsenz auf Facebook.

Google+ - Kontrolle dank Kreisen

Die Facebook-Alternative von Google ist das zweite große Allzweck-Online-Netzwerk – wenn auch bei den Nutzerzahlen weit abgeschlagen. Wie viele Nutzer das Google+ aktiv verwenden, macht Google nicht transparent. Die angegebene Zahl von über 170 Millionen Nutzer ist jedenfalls zu hoch, weil Google inzwischen jeden neuen Nutzer eines beliebigen Google-Dienstes ungefragt auch in Google+ einbindet.

Soziales Netzwerk Google+: Googles Himmelfahrtskommando

Soziales Netzwerk Google+

Googles Himmelfahrtskommando

Google+ ist schon der zweite Versuch des Internetriesen, ein eigenes soziales Netzwerk zu etablieren. Auch wenn Google gute Gründe dafür hat, stehen die Chancen gegen Facebook schlecht.

Um gegen die Facebook-Dominanz zu bestehen, hat Google beim eigenen Netzwerk besonders auf einen Aspekt besonderen Wert gelegt, der bei Facebook am stärksten kritisiert wird: die Kontrolle über die eigene Privatsphäre. Googles Antwort auf das unkontrollierte Ausbreiten von persönlichen Informationen heißt Kreise. Bei jeder Veröffentlichung bestimmt der Nutzer, welcher Kreis von Personen diese lesen soll. Die frei wählbaren Kreise wie Freunde, enge Freunde, Bekannte, Familie oder Arbeitskollegen muss der Nutzer dabei selbst pflegen.

In der Praxis wird Google+ inzwischen aber überwiegend eher wie Twitter genutzt: für die Verbreitung von interessanten Links und Nachrichten sowie für Diskussionen und kleinere Blog-Einträge. Das liegt auch an dem Publikum, das derzeit Google+ dominiert. Überwiegend finden sich dort besonders technikaffine Nutzer. Weil die Zeichenanzahl bei Google+ nicht wie bei Twitter auf 140 Zeichen begrenzt ist,  eignet sich das Netzwerk auch für längere Beiträge und Diskussionen. Google+-Einträge lassen sich auch für die Öffentlichkeit freigeben, wodurch sie auch über Suchmaschinen auffindbar und verlinkbar sind.

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