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27.09.2011

10:56 Uhr

Soziale Netzwerke

Facebook löscht nicht zuverlässig

Quelle:Zeit Online

Ein Wiener Student will sehen, welche Daten er in drei Jahren bei Facebook hinterlassen hat. Das Ergebnis: 1.200 DIN-A4-Seiten und einige unangenehme Überraschungen.

Facebook nimmt es mit dem Löschen von Daten offenbar nicht so genau. dpa

Facebook nimmt es mit dem Löschen von Daten offenbar nicht so genau.

HamburgSeit drei Jahren ist Max Schrems Mitglied bei Facebook. Der Jurastudent aus Wien wollte nun wissen, welche Daten das Unternehmen über ihn in dieser Zeit gesammelt hat. Es hat ihn einige Mühe gekostet, diese Daten zu bekommen – dafür bekam er mehr, als er wollte.

Schrems ist Initiator der Gruppe Europe versus Facebook. Der 23-Jährige will das Netzwerk zu mehr Transparenz bewegen, zu mehr Mitbestimmung durch die Nutzer, und zu größerer Datensparsamkeit. Er hat Facebook sogar angezeigt – 22 Mal.

Die Anzeigen hat er beim irischen Datenschutzbeauftragten eingereicht. Der ist zuständig, weil europäische Facebook-Mitglieder laut Nutzungsbedingungen eine Vereinbarung mit der Firma Facebook Ireland Limited eingehen.

Die Suche nach dem Antragsformular wird zur Herausforderung

Um die Forderung nach Transparenz zu untermauern, haben Schrems und seine Mitstreiter ihre Nutzungsdaten von Facebook eingefordert. Laut Artikel 12 der Europäischen Datenschutzrichtlinie haben sie das Recht dazu.

Dem Journalisten und Blogger Richard Gutjahr hat Schrems erklärt, wie genau er die Herausgabe der Daten erreicht hat. Zunächst muss man das entsprechende Antragsformular finden. Es sei so gut versteckt, „dass es quasi nicht gefunden werden kann“, schreibt Gutjahr. Er hat deshalb den entsprechenden Link veröffentlicht.

Die Angaben im Formular müssen korrekt sein und denen im Facebook-Profil entsprechen. Wer falsche Angaben im Profil hat, muss diese zunächst ändern.

Im Feld „Zitiere das Gesetz, wonach Du Daten beanspruchst“ sollen sich die Antragsteller auf Artikel 12 der Europäischen Datenschutzrichtlinie berufen. Gutjahr und Schrems empfehlen, „Section 4 DPA + Art. 12 Directive 95/46/EG“ einzutragen. „DPA“ ist ein britisches Gesetz namens "Data Protection Act" von 1988.

Dann müsse noch eine eingescannte Farbkopie oder ein Foto des Personalausweises hochgeladen werden, damit nicht Dritte die Daten eines beliebigen Facebook-Mitglieds anfordern können.

Kommentare (2)

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donolli

27.09.2011, 12:04 Uhr

Gut dass ich keine social-networks nutze oder eingemeldet bin! Das ist Georg Orwell pur! Der gläserne Mensch und Gedankenkontrolle! Mit ein Grund für den Abgesang unserer Gesellschaft, Ihrer Werte und Privatsphäre! Pseudo-Freundschaften und tausende von Klicks für Sozialautisten die nicht mehr Bekannschaften und Freundschaften real vis-a-vis knüpfen und pflegen können.

Account gelöscht!

28.09.2011, 00:55 Uhr

George Orwell pur? Dann empfehle ich Ihnen, sofort Ihren Mobilfunk-Vertrag zu kündigen wg. Speicherung Ihrer Gesprächsdaten und Ihre Standortes, Ihren Internetzugang zu kündigen wg. Ausforschung per Google, etc. , Ihren Fernseher gegen Bescheinigung zu entsorgen wg. GEZ, Ihre Einkäufe nur mit Bargeld zu tätigen wg. Auswertung Ihres EC-Kartenprofils, und so weiter und so weiter...

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