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04.12.2012

13:18 Uhr

Soziale Netzwerke

Facebook tut alles, damit keiner wählt

Quelle:Golem.de

300 Millionen Nutzer müssten abstimmen, um bindend gegen die Abschaffung ihres eigenen Wahlrechts bei Facebook zu stimmen. Doch nur ein Bruchteil von ihnen erfährt überhaupt von der Wahl.

Der virtuelle Freundeskreis von Jugendlichen in Deutschland wird immer größer. Gleichzeitig wächst die Kritik an Facebook. dpa

Der virtuelle Freundeskreis von Jugendlichen in Deutschland wird immer größer. Gleichzeitig wächst die Kritik an Facebook.

Facebook zeigt ein weiteres Mal, dass die Firma kein Interesse an der Meinung ihrer Nutzer hat. Nur 2,5 Millionen Nutzer des sozialen Netzwerks wurden über die anstehende Wahl informiert, bei der über die Abschaffung des Wahlrechts abgestimmt wird. Die restlichen 997 Millionen Nutzer erfahren von der Abstimmung zu einer Änderung der Nutzungsbestimmungen und ihres Wahlrechts allenfalls über die Presse oder die Teilen-Funktion des Netzwerks.

Dabei sind die Bedingungen für eine bindende Wahl so hart, dass Facebook es kaum nötig hätte, die Wahl vor den Nutzern zu verheimlichen. Facebook verlangt, dass mindestens 30 Prozent der aktiven Nutzer des Netzwerks ihre Stimme abgeben, also 300 Millionen von einer Milliarde Nutzern.

Dennoch erhöht Facebook die Hürden weiter. Um von der Wahl zu erfahren, muss der Nutzer ein Fan der Site Governance sein und deren Feed regelmäßig lesen. Das ist in etwa vergleichbar mit dem Schwarzen Brett eines Rathauses. Nur wer dieses aufsucht, erfährt von einer Bürgermeisterwahl, die in einer unbekannten Anzahl von Tagen durchgeführt wird.

Am 28. November wurde die Kommentarphase abgeschlossen, und am 3. Dezember begann die Wahl ohne Vorwarnung. Wer derweil im Urlaub ist oder sich aus anderen Gründen nicht anmeldet, hat keine Chance, an der Abstimmung teilzunehmen. Facebook selbst meldete in seinen letzten Quartalszahlen, dass sich von der einen Milliarde Nutzer, die sich mindestens einmal im Monat anmelden, nur knapp über die Hälfte dies täglich tun.

Zudem berichten einige Nutzer von technischen Problemen bei der Wahl. Auch Golem.de sah sich in einem Fall außerstande, eine Stimme abzugeben. Facebook hat es geschafft, eine simple Umfrage mit Radioboxen so kompliziert zu programmieren, dass bei uns der Opera-Browser aus nicht nachvollziehbaren Gründen versagte.

Dazu kommt, dass wichtige Dokumente, wie etwa die Redline-Dokumente, in denen die Unterschiede hervorgehoben werden, nur in englischer Sprache zur Verfügung stehen. Große Nutzergruppen bekommen nicht einmal eine Übersetzung, werden also gar nicht informiert.

Kommentare (3)

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Numismatiker

04.12.2012, 13:33 Uhr

Die einzig sinnvolle Wahl bei Facebook lautet:

Nicht mehr benutzen! Dann erledigt sich das Problem von alleine.

Account gelöscht!

04.12.2012, 14:49 Uhr

So ist es ! Wo Daten gesammelt werden ist Missbrauch möglich.

Digital_Data

06.12.2012, 02:34 Uhr

Ich wurde am Dienstag um 08:31 Uhr informiert und bin nicht Fan der Site Governance.

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