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22.06.2015

11:09 Uhr

Soziale Netzwerke

Ist „Minds“ das bessere Facebook?

VonThorsten Schröder
Quelle:Golem.de

Minds ist die jüngste Facebook-Alternative. Das soziale Netzwerk macht tatsächlich vieles besser als der Marktführer. Beliebt ist es vor allem unter Aktivisten.

Schon bei der Anmeldung gibt die Facebook-Alternative Minds dem Nutzer das schöne Gefühl, Teil einer großen Bewegung zu sein. Screenshot

Vor allem bei Aktivisten beliebt

Schon bei der Anmeldung gibt die Facebook-Alternative Minds dem Nutzer das schöne Gefühl, Teil einer großen Bewegung zu sein.

Noch ist es relativ ruhig hier. Rob postet das Video eines Fallschirmspringers, der auf den Fallschirm verzichtet und stattdessen auf einem Trampolin landet. Zeptis teilt einen Artikel über wachsende Investitionen aus Europa in China statt in Amerika. Und EKhaatib postet das Foto eines Polizisten, der auf einen wehrlosen Demonstranten einprügelt mit dem zynischen Kommentar: "Hier, um dir zu dienen und dich zu beschützen."

Es könnte ein ganz normaler Tag im Facebook-Feed eines linken Politik-Studenten sein. Es werden Links geteilt, Status-Updates gepostet, Nachrichten verschickt. Einträge aus der Umgebung lassen sich ebenso anzeigen wie die großen Themen, über die gerade alle reden. Doch etwas ist anders. Denn zwischen all den Bildern und Videos finden sich auffällig viele Einträge, auf denen die Masken der Netz-Aktivisten von Anonymous zu sehen sind.

Das ist kein Zufall. Minds, das jüngste von zahllosen sozialen Netzwerken, wendet sich mit seinem Ansatz gezielt an Online-Aktivisten. Es verspricht Sicherheit und Mitsprache: Die Seite aus New York basiert auf einem Open-Source-Code. Sämtliche Nachrichten, die zwischen Nutzern ausgetauscht werden, sind verschlüsselt.

Einen Klarnamen-Zwang wie bei Facebook gibt es auch nicht. In dieser Woche ist Minds mit einer Beta-Version für Desktop und Smartphone offiziell gestartet. "Es geht los", schrieb Gründer Bill Ottman knapp in seinem Feed.

Wer und was viral geht, entscheidet bei Minds die Basis

"Unsere Anwender", erklärt Ottman, "verdienen es, die komplette Kontrolle über ihre Aktivitäten zu haben." Er verspricht einen transparenten Algorithmus, bei dem nicht im Dunkeln bleibt, wonach hier eigentlich Inhalte ausgewählt werden. Nutzer erhalten für ihre Aktivität - oder gegen Bares - Punkte, die sie gegen Views eintauschen können.

Was hier viral geht, entscheidet also nicht ein Rechner im Silicon Valley, sondern die Basis. Dank des offen zugänglichen Codes kann man eigene Kanäle bauen oder das Netzwerk selbst weiterentwickeln.

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Im Kanal Wahrheit finden sich Einträge über die Ursachen der Algenplage in Kalifornien oder Links zu einem Artikel über die Billionen von Dollar, die das Pentagon ungenutzt herumliegen hat. Klickt man sich zu den Quellen durch, landet man allerdings selten auf etablierten Nachrichten-Seiten. Stattdessen führen die Links oft zu verschwörungsfreundlichen Plattformen wie Exposing the Truth.

Ottman selbst betreut eben diese Seite. Auf dem Kanal Lifeleak gibt es Videomitschnitte eines Konzerts, bei dem der Sänger einen Fan unwirsch von der Bühne befördert oder einen Zwischenfall aus Vermont, bei dem ein Polizist einen Verdächtigen bei der Festnahme immer wieder schlägt.

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