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24.08.2013

13:28 Uhr

Spielebranche

Keine Experimente, bitte!

VonChristof Kerkmann, Martin Wocher

Die Hersteller von Computerspielen setzen vor allem auf Bewährtes und versuchen, ihre Kunden durch immer neue Fortsetzungen bekannter Spiele beim Controller zu halten. An wirklich Neues wagen sie sich eher zögernd.

Klassiker wie „Call of Duty“ tauchen regelmäßig vorn in den Verkaufsstatistiken auf. ap

Klassiker wie „Call of Duty“ tauchen regelmäßig vorn in den Verkaufsstatistiken auf.

KölnBattlefield 4, Gran Turismo 6, Grand Theft Auto 5 – ähnlich wie die Hollywood-Studios setzt die Spielebranche auf bewährte Blockbuster, die in immer neuen Variationen und mit neuen Inhalten um die Gunst der Computer- und Konsolenspieler werben. Der Erfolg gibt den Unternehmen recht: Das Autorennen „Gran Turismo“ beispielsweise, das Sony für die Playstation entwickelt hat, ist mit 54 Millionen verkauften Exemplaren das bisher erfolgreichste Videospiel des Elektronikriesen. Bald kommt Auflage sechs.

Der Aufwand für diese virtuellen Spektakel ist immens und steht Hollywood in nichts nach: Dreistellige Millionenbeträge sind keine Seltenheit. Manche Produktionen werden in Studios von der Größe eines Flugzeug-Hangars hergestellt.

Auf der Leitmesse Gamescom in Köln ist derzeit wieder zu beobachten, wie die Branche die spielende Kundschaft mit vertrauten Figuren und Konzepten begeistern will. Dieses Mal wagen die Hersteller aber immerhin mehr als sonst – die neue Generation von Spielkonsolen verspricht gute Geschäfte.

Für die Risikoscheu gibt es handfeste ökonomische Gründe. „Die großen Firmen haben riesige Teams und riesige Ausgaben. Da sind Experimente schwierig“, sagt Jim Ryan, der bei Sony die europäische Playstation-Sparte leitet. Es sei teuer, eine neue Geschichte mit neuen Figuren in den Köpfen der Spieler zu verankern. Wenn ein Titel scheitert, sind Millionen von Euro verbrannt. „Mit Blick auf die Aktionäre sind Innovationen nicht immer im besten Interesse eines Publishers“, weiß Ryan daher.

Das bestreiten die Entwickler und Spielverlage, in der Branche Publisher genannt, auch gar nicht. „Marken sind von entscheidender Bedeutung, um einen kontinuierlichen Strom an Umsatz und an Arbeit zu liefern“, sagt Peter Moore, Vorstandsmitglied bei Electronic Arts (EA). Würde man jedes Mal etwas Neues wagen, hätte man das gleiche Risiko wie in der Kinobranche – „und das kann hässlich werden“, sagt Moore. Er verweist auf den sündhaft teuren Disney-Western „Lone Ranger“, der dem Unterhaltungskonzern mehr als 100 Millionen Dollar Verlust bescheren soll.

EA legt bekannte Marken regelmäßig neu auf. Bestes Beispiel ist die Fußballsimulation „Fifa“, die jedes Jahr eine Auffrischung bekommt – kontrollierte Offensive. Zum Start der neuen Konsolen Playstation 4 und Xbox One hat das US-Unternehmen aber auch einige Titel von Grund auf neu entwickelt, etwa das Kriegsspiel „Titanfall“. Der Zeitpunkt sei günstig, sagt Moore: Wer zu Beginn einer neuen Konsolengeneration die Fans gewinnt, hat Jahre etwas davon.

Kommentare (1)

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Yetingo

27.08.2013, 00:40 Uhr

Und wieder jemand der meint PC Spiele sind für die Gewalt verantwortlich...echt schlimm...erst die Ägypter, dann die Griechen, die Römer, die Türken, die Kreuzritter, Napoleon...waren alles richtig bekennende Zocker...ganz ehrlich...-.-
Übrigens: beschäftigt man sich ein BISSCHEN mit dem Thema so findet man auch Spiele in denen Zusammenarbeit oder Friedlichkeit gefragt sind...so kann man z.B. in Civilisation 5 gewinnen ohne eine einzige Kriegserklärung...Es gibt jede Menge Sportspiele... und so weiter. Also bitte erst nachforschen, dann überlegen und DANN sich scheinheilig über steigende gewaltbereitschaft in der Spieleszene aufregen!!!

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