Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.08.2012

08:03 Uhr

Spielemesse Gamescom

Lara Croft feiert Comeback in Köln

Drei Stunden warten, um einen kurzen Einblick zu erhaschen: Viele Computerspiel-Fans nehmen das gerne in Kauf. Auf der Gamescom können sie testen, was im Weihnachtsgeschäft in die Läden kommt. Dazu gehört auch Lara Croft.

Lara-Croft-Model Karima Adebibe. Die Computerspiele-Heldin, die Ende der 1990er berühmt wurde, kommt zurück. obs

Lara-Croft-Model Karima Adebibe. Die Computerspiele-Heldin, die Ende der 1990er berühmt wurde, kommt zurück.

KölnLara Croft, die schlagkräftige Archäologin mit der ausladenden Oberweite, kehrt zurück. Auf der Gamescom vom 15. bis zum 19. August in Köln können Fans das neueste Abenteuer der „Tomb Raider“-Heldin testen. Diese Ankündigung dürfte so manchen der vornehmlich männlichen Besucher verzücken, sie steht zugleich sinnbildlich für die Computerspielemesse in Köln: Fortsetzungen beliebter und bewährter Titel prägen in diesem Jahr das Bild, die ganz großen Innovationen sind nicht zu erwarten. Den Fans ist das egal, die Koelnmesse rechnet mit einem rekordverdächtigen Andrang bei der großen Spiele-Party.

An neuer Software mangelt es nicht. Mehr als 300 Titel sind erstmals in Deutschland anspielbar, darunter seien „spektakuläre Neuheiten“, wie die Messe verspricht. Besucher können diverse Spiele mit Blockbuster-Potenzial testen, neben „Tomb Raider“ etwa eine Erweiterung für den Rollenspiel-Dauerbrenner „World of Warcraft“, dazu Fortsetzungen von Sport-Simulationen wie „Pro Evolution Soccer“ und „Need for Speed“ oder von Ego-Shootern wie „Call of Duty“, „Far Cry“ und „Crysis“. Viele Fans nehmen Wartezeiten von mehr als drei Stunden in Kauf, um einen 10- oder 15-minütigen Einblick zu erhaschen.

Welche Arten von Online-Spielen gibt es?

Die wichtigsten Begriffe im Überblick

Die Computerspiele-Branche setzt immer mehr aufs Internet. Doch abgesehen davon, dass die Spieler online sind, gibt es erhebliche Unterschiede – wir erklären die wichtigsten Begriffe.

Browser-Spiele

Der Name sagt es: Browser-Spiele lassen sich direkt im Browser aufrufen, zum Beispiel im Firefox oder im Internet Explorer. Für die Anzeige von Multimedia-Elementen ist oft eine Software-Erweiterung (Plug-In) notwendig, beispielsweise Flash. Der neue Standard HTML5 macht derartige Spiele auch ohne Plug-In möglich. Auf dieser Plattform werden unterschiedliche Zielgruppen bedient: Es gibt Gelegenheitsspiele (Casual Games), aber auch komplexere Titel, beispielsweise aufwendige Rollenspiele, bei denen sich viele Nutzer gleichzeitig in der virtuellen Welt tummeln.

Social Games

Als Social Games werden Spiele bezeichnet, die überwiegend über Soziale Netzwerke gespielt werden. Die Idee: Wer sowieso schon mit seinen Freunden vernetzt und häufig online ist, will ab und zu vielleicht auch mit diesen oder gegen diese spielen. Dabei werden Pflanzen gepflegt, Tiere gehegt, Mafia-Kriege ausgefochten oder Städte geplant – die Vielfalt kennt keine Grenzen. Die Hemmschwelle ist zudem niedrig, da fast alle Spiele direkt im Browser funktionieren und kostenlos sind. Geld verdienen Hersteller wie der klare Marktführer Zynga vor allem mit kostenpflichtigen Zusatzangeboten, den virtueller Gütern. Das kann ein neuer Traktor sein, ein Raumschiffantrieb, eine neue Frisur… Viele der Social Games richten sich an Gelegenheitsspieler, da sie wenig komplex sind.

MMOs

MMO (auch MMOG) steht für Massively Multiplayer Online Game. Die erfolgreichste MMO-Unterkategorie sind die MMORPGs – Multiplayer-Rollenspiele wie „World of Warcraft“. Bei typischen MMOs treffen sich sehr viele Spieler über das Internet in einer virtuellen Welt. Diese wird von den Nutzern ständig verändert, die oft enge Beziehungen untereinander unterhalten und sich typischerweise in Gruppen, oft „Clans“ oder „Gilden“ genannt, zusammenschließen.

Einige MMOs laufen im Browser, andere bedürfen der Installation eines Programms auf dem Computer – dafür steigt dann auch die Spielqualität. Weltmarktführer bei MMOs ist seit vielen Jahren „World of Warcraft“, das von der US-Firma Activision Blizzard vertrieben wird.

Casual Games

Hinter diesem Modebegriff verbergen sich simple Spiele für Millionen: leicht zu spielen, mit schnellen Erfolgserlebnissen und kooperativen Elementen. Oft sind es Denk- und Ratespiele, aufgehängt an bekannten Marken wie etwa „Wer wird Millionär“.

Die allermeisten Casual Games erfordern keine besondere Hardware, laufen also auch auf alten Rechnern oder Handys und sind kostenfrei spielbar. Typischerweise bezahlt ein gewisser Anteil der Gelegenheitsspieler für den Download einer Premium-Version oder einen Premium-Zugang, so dass sich die Spiele insgesamt rechnen.

Als eines der ersten Casual Game gilt „Solitaire“, das schon in den 90ern millionenfach gespielt wurde. Im Online-Zeitalter sind Casual Games aber erst richtig populär geworden. Einen weiteren Schub erhielten sie durch das soziale Netzwerk Facebook.

Spiele-Apps

Hier lädt sich der Nutzer ein Programm (umgangssprachlich App genannt) auf sein Smartphone oder auf den Tablet-PC, um spielen zu können. Der stärkere Wettbewerb bei den Smartphone-Betriebssystemen kurbelt auch die App-Branche an.

Die mobilen Spiele werden zunehmend kostenlos zum Download angeboten. Oft sind das aber nur Appetithappen. Wer alle Level spielen will, muss die Vollversion kaufen. Besonders beliebt: „Angry Birds“ von der finnischen Firma Rovio. Die zornigen Vögel sind bereits auf mehr als einer Milliarde mobilen Geräten gelandet.

Doch große Wagnisse gehen die traditionell risikoscheuen Anbieter nicht ein. Auch auf neue Hardware, aus der die Software-Entwickler neue Konzepte kitzeln könnten, warten Spieler wohl vergeblich. Sony dürfte die neue Generation seiner Konsole erst 2013 vorstellen, auch eine schlankere und billigere Version der Playstation 3 wird vermutlich erst nach der Messe präsentiert. In den Lagern stehen noch zu viele Geräte der jetzigen Version, heißt es in der Branche.

Der Xbox-360-Hersteller Microsoft spart sich nach dem ersten Quartalsverlust der Firmengeschichte gleich den Stand in Köln - anzukündigen hat der Konzern derzeit ohnehin nichts. Nintendo wiederum hat mit der Wii U den anstehenden Nachfolger der Wii im Köcher, schwänzt aber ebenfalls die Messe. Immerhin werden an den Ständen von Ubisoft und Warner Titel für die Konsole zu sehen sein, etwa der Horror-Schocker „Zombie U“ und ein „Batman“-Abenteuer.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×