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03.02.2006

12:00 Uhr

Spielwarenhersteller rüsten auf

Chips bringen Bewegung ins Kinderzimmer

VonJoachim Hofer

Die Zeiten, in denen die Kinder ihre Spielzeugautos mit der Hand über den Teppich geschoben haben, sind vorbei. Die Elektronik erobert inzwischen auch die letzten Bastionen des traditionellen Spielzeugs. Selbst in die Holzeisenbahn bauen die Produzenten jetzt Chips ein.

Auch im Land der Lego-Steine gibt es immer mehr Elektronik.

Auch im Land der Lego-Steine gibt es immer mehr Elektronik.

HB NÜRNBERG. „Die Kinder fangen immer früher an, sich für Handys und Spielekonsolen zu interessieren“, sagt Playmobil-Chefin Andrea Schauer. Um die Kleinen überhaupt noch für herkömmliches Spielzeug zu begeistern, setzen nun selbst Anbieter, die seit Jahrzehnten im wesentlichen auf unveränderte Produkten setzen, auf elektronische Bestandteile.

Beispiel Brio: Generationen von Kindern hat das schwedische Unternehmen mit seinen Holzeisenbahnen begeistert. Nun hat der Hersteller Chips in die Waggons und Lokomotiven gepackt und nutzt die Holzfahrzeuge, um den Kindern das Innenleben eines Computers erklären. Im so genannten „Brio Network“ übernehmen die Waggons den Datenaustausch, transportieren E-Mails und schmuggeln sogar Viren in den Rechner. Fast selbstverständlich ist, dass es auch blinkt und hupt – und die Loks mit kleinem Motor über die Schienen rattern.

Brio steht mit seinem Ansatz nicht alleine da. Auch Siku, der traditionsreiche Produzent von Spielzeugautos, hat aufgerüstet. Die Rennwagen, Traktoren und Laster sind zwar immer noch aus Metall und werden so detailgetreu gefertigt wie früher. Allerdings lassen sich die Modelle jetzt per Infrarot-Übertragungstechnik fernsteuern. Dabei können die Kinder nicht nur vorwärts und rückwärts fahren. Arbeitsgeräte werden per Datenkabel an die Traktoren angeschlossen und lassen sich ähnlich wie bei den großen Vorbildern bewegen. Dazu kommen geschwindigkeitsabhängige Geräusche sowie Fahrlichter und Blinker, die sich alle über die Fernsteuerung bedienen lassen.

Noch einen Schritt weiter geht der Rennbahnbauer Carrera. Die Traditionsmarke bietet jetzt sogar Tuningsätze für seine Autos an. So können die Fahrer insgesamt 26 verschiedene Motoren- und Getriebekombinationen sowie Reifen einbauen, um Beschleunigung, Fahrverhalten, Bremseigenschaften und Höchstgeschwindigkeit zu verändern.

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