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16.01.2007

15:36 Uhr

Spielwarenkaufhaus FAO Schwarz

Schüttelheim statt Playstation

VonStefan Wimmer

Sicher, eine rare "Playstation 3" zu besitzen ist schon exklusiv. Aber vermögende Spieler stellen sich einen Bewegungssimulator ins Wohnzimmer. Kaufen kann man es im New Yorker Spielwarenkaufhaus FAO Schwarz - dem Mekka für Spielwütige.

Der Januar ist der Monat, in dem traditionell die New Yorker Investmentbanker ihre Bonuszahlungen endlich auf dem Konto haben. Und die Erfolgsprämien für 2006 fallen ja besonders hoch aus. Glücklicherweise wurden im Dezember die Beträge bereits bekannt gegeben, denn wer nicht schon zu Weihnachten einen Großteil der Rekordsummen ausgegeben hat, der kann im Januar ziemlich traurig aus der Wäsche schauen. Die Bugattis sind längst von den lieben Kollegen weggekauft worden, der New Yorker Luxuswohnungsmarkt ist hart umkämpft. Und die beiden populärsten Privatjets für Einsteiger, die Eclipse 500 und die Cessna Citation Mustang, haben Wartelisten von zwei bis drei Jahren, meldete die "New York Times". Selbst im New Yorker Spielwarenkaufhaus FAO Schwarz gibt es Engpässe.

Wie, bitte schön, gibt man in einem Spielwarengeschäft ein paar tausend Dollar aus, werden Sie jetzt vielleicht fragen. Dazu muss man wissen, dass Schwarz eine lange Tradition im Versilbern von Spielleidenschaften hat. 1862 wurde das erste Spielzeuggeschäft in Baltimore, Maryland, vom deutschen Einwanderer Frederick August Otto Schwarz (daher auch das FAO) gegründet. Der Aufstieg zur Spielwarenikone geschah erst nach dem Umzug nach New York City.

Das Traditionshaus im Trump-Tower ist mittlerweile eine Touristenattraktion, und die heiligen Hallen der Schwarz tauchten auch in der ein oder anderen Hollywoodproduktion auf. In "Kevin allein in New York" oder "Big" (mit Tom Hanks als Zwölfjährigem, der im Körper eines Erwachsenen steckt), hatte ein Fußboden-Piano, das mit den Füßen gespielt wird, jeweils eine Nebenrolle. Das Piano hat Schwarz jetzt wieder aufgelegt - zu 150 000 Dollar pro Stück. Eine nette Idee für den Bonus - und glücklicherweise auch noch verfügbar.

Der Spielwarentempel hatte zu Weihnachten auch einen Simulator im Programm. In der achtsitzigen Kapsel werden Filme gezeigt und gleichzeitig in Bewegung umgesetzt. Die Maschine arbeitet ähnlich wie die Flugsimulatoren, mit denen die Fluggesellschaften ihre Piloten trainieren. Mit Hilfe eines aufwendigen Hydrauliksystems wird den Zuschauern vorgegaukelt, sie wären live dabei beim Skifahren, Fliegen, beim Auto- oder Motorradrennen.

Der Schüttelspaß wird untermalt von einer Surround-Sound-Anlage. Einziges Manko für die Investmentbanker von Goldman oder Morgan Stanley: Das 300 000 Dollar teure Spielzeug hat irgendjemand den neidischen Bonusempfängern vor der Nase weggeschnappt. Aber es gibt Hoffnung: Bei der britischen Metropolis-Group kann man sich einen Simulator bestellen und individuell lackieren lassen.

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