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30.01.2007

16:10 Uhr

Sprache

Rheinisch online: Erstes Mitmachwörterbuch im Netz

„Gesocks“, „Killefitz“, „Plauze“: Alltagssprache auf Rheinisch. Unter „www.mitmachwoerterbuch.lvr.de“ können Rheinländer im Internet jetzt selbst mitbestimmen, was zum gesprochenen Rheinisch gehört. Ein erstes Mitmachlexikon zur rheinischen Alltagssprache ist am Dienstag ans Netz gegangen.

dpa BONN. „Gesocks“, „Killefitz“, „Plauze“: Alltagssprache auf Rheinisch. Unter „www.mitmachwoerterbuch.lvr.de“ können Rheinländer im Internet jetzt selbst mitbestimmen, was zum gesprochenen Rheinisch gehört. Ein erstes Mitmachlexikon zur rheinischen Alltagssprache ist am Dienstag ans Netz gegangen.

Als Ergebnis der interaktiven Datenbank streben die Sprachforscher im Amt für rheinische Landeskunde des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) in Bonn eine umfassende Gesamtaufnahme der regionalen Umgangssprache an. Interessierte könne die Online-Seiten auch kostenfrei zur Aufklärung und als Nachschlagewerk nutzen.

Rund tausend Wörter haben die Sprachexperten des Amtes als Grundstock zum Start bereits selbst eingestellt. Erklärt werden Wörter wie „Gesocks“ (Pack), „Killefitz“ („Kleinkram“), „Plauze“ (Bierbauch) oder „gibbeln“ (kichern), „rammdösig“ (benommen) und „sickig“ (sauer) sowie Sätze wie „Wat bisse so fuchtich (sauer)?“ Und man lernt, dass „zu“ im Rheinischen nicht nur „betrunken“ heißt („Der is doch völlig zu!“), sondern auch noch als Adjektiv benutzt wird: „Ich stand plötzlich vor de zue Tür.“

Das Projekt, das vom Amt für rheinische Landeskunde gemeinsam mit dem Medienzentrum Rheinland entwickelt wurde, ist nicht nur das erste Online-Wörterbuch zum rheinischen Regiolekt, sondern einer regionalen Alltagssprache überhaupt, wie Grundstock-Verfasser Peter Honnen erläuterte. Kommentare, Ergänzungen oder Korrekturen sollen sofort Online gehen. „Es gibt keine Filter.“ Vorschläge seien jederzeit in jeder Form möglich.

In dem Wörterbuch kann jeder Interessierte blättern und schmökern. Anders als bei anderen Datenbanken öffnen sich keine Fenster oder Karteikarten. Der vollständige Text ist jederzeit sicht- und abrufbar. Präsentiert werden nicht nur einfach Wörter, vielmehr werden sie nach der Art eines Bedeutungs- und Herkunftslexikons auch in typischen Sätzen vorgestellt. Die Aufnahme zusätzlicher Medien wie Sprachkarten, Tonbeispiele oder Videosequenzen ist geplant. „Schon jetzt zeigt sich, dass die Sprache jenseits von Duden und Grammatiklehrbuch ein buntes und interessantes Leben führt“, sagte Honnen.

Das Wörterbuch ist als ein Langzeitprojekt konzipiert. Es wird über die nächsten Jahre fester Bestandteil des Internetauftritts des Amtes für rheinische Landeskunde (www.arl.lvr.de) sein. So sollen auch sprachliche Entwicklungen angemessen dokumentiert werden.

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