Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.08.2015

12:39 Uhr

Sprachsoftware wird Open Source

Sprechen wie Stephen Hawking

VonWerner Pluta
Quelle:Golem.de

Sprechen per Wangenmuskel: Intel gibt die Software frei, die dem gelähmten Astrophysiker Stephen Hawking das Sprechen ermöglicht. Das soll Interessierten die Möglichkeit geben, das Assistenzsystem weiterzuentwickeln.

Der gelähmte Astrophysiker kommuniziert per Sprachsoftware mit seiner Umwelt. ap

Stephen Hawking

Der gelähmte Astrophysiker kommuniziert per Sprachsoftware mit seiner Umwelt.

BerlinWenn Stephen Hawking spricht, spricht ein Computer – der Astrophysiker selbst kann wegen seiner Krankheit, die ihn an den Rollstuhl fesselt, nicht sprechen. Die Software, über die Hawking kommuniziert, wird jetzt Open Source.

Entwickelt wurde das Assistive Context-Aware Toolkit (ACAT) vom US-Hardware-Konzern Intel eigens für Hawking. Der britische Physiker ist an Amyotropher Lateralsklerose (ALS) erkrankt und kann deshalb nur einen Wangenmuskel und seine Augen bewegen.

Die Software bekommt Bilder aus einer Infrarot-Kamera an seiner Brille, die die Bewegungen des Wangenmuskels aufnimmt. Darüber steuert Hawking einen Cursor auf einem Bildschirm, über den er aus einem Alphabet Buchstaben aussucht. Dabei hilft die Software durch Wortvorschläge.

Suche im Weltall: Hawking wirbt für Lauschangriff auf Außerirdische

Suche im Weltall

Hawking wirbt für Lauschangriff auf Außerirdische

Hallo, ist da wer? Wissenschaftler wollen im All nach Außerirdischen fahnden. Unterstützung kommt von Starphysiker Stephen Hawking. Ihre Erfolgschancen schätzen die Forscher dennoch nicht allzu hoch ein.

Drei Jahre lang hat Intel an der Software gearbeitet, Anfang 2014 war die erste stabile Version fertig. Seit sie ACAT Hawking zur Verfügung stellten, hätten sie diese so weiterentwickelt, dass sie nun auch bei anderen Erkrankungen des motorischen Nervensystems eingesetzt werden kann, schreiben die Intel-Entwickler.

So können andere Eingabegeräte angeschlossen werden: statt einer Infrarot-Kamera etwa eine ganze normale Webcam, ein Knopf oder ein Bewegungssensor. Auch die Anwendungen, die ACAT steuern soll, sind variabel: Außer zu kommunizieren kann der Nutzer damit beispielsweise auch eine Textverarbeitungssoftware oder einen Browser bedienen.

„Indem wir den Quellcode für diese konfigurierbare Plattform freigeben, werden Entwickler, so hoffen wir, das System weiterbringen: neue Schnittstellen, neue Formen von Sensoreingaben, Wortvorhersagen und andere Merkmale hinzufügen“, sagen die Intel-Entwickler. Den Quellcode von ACAT stellen sie auf der Plattform Github bereit.

Bei der Entwicklung von ACAT kamen Microsoft Visual Studio 2012 und .NET 4.5 zum Einsatz. Deshalb läuft ACAT nur auf Windows-Rechnern ab Windows 7. Das System steht unter einer Apache-Lizenz Version 2.0. 

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×