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07.08.2015

14:02 Uhr

Square

Hacker knacken mobiles Bezahlsystem binnen Minuten

Square ermöglicht die Kreditkartenzahlung via Handy-Kopfhörerbuchse. Doch das System ist offenbar alles andere als Sicher. US-Hacker haben es in weniger als zehn Minuten geknackt. Nun ist das Unternehmen am Zug.

Die Hacker griffen das Square-System zusätzlich auch über die Software an. Dadurch werde es für Verkäufer möglich, nach einer Transaktion weitere Abbuchungen für vorgetäuschte Käufe vorzunehmen. dpa

Doppelte Attacke

Die Hacker griffen das Square-System zusätzlich auch über die Software an. Dadurch werde es für Verkäufer möglich, nach einer Transaktion weitere Abbuchungen für vorgetäuschte Käufe vorzunehmen.

Las VegasUS-Hackern ist es nach eigenen Angaben gelungen, binnen weniger Minuten in das mobile Bezahlsystem des Anbieters Square einzudringen. Alexandra Mellen und John Moore erläuterten am Donnerstag auf der IT-Sicherheitskonferenz Black Hat in Las Vegas, wie es ihnen möglich war, das über das Smartphone laufende System anzugreifen. Besondere Schwierigkeiten hatten sie dabei offenbar nicht: „Jeder Laie könnte das schaffen“, sagte Mellen der Nachrichtenagentur AFP.

Bei Square können Verkäufer einen kleinen Kreditkartenleser in die Kopfhörerbuchse ihres Handys stecken. Darüber wird dann die Zahlung abgewickelt. Mellen erklärte, ihr und Moore sei es gelungen, den Kreditkartenleser „in weniger als zehn Minuten“ in ein Instrument für Datenklau zu verwandeln.

Den Angaben zufolge waren für die Manipulation nur einfache Werkzeuge nötig, darunter ein Schraubenzieher. In dem Gerät verschweißten Mellen und Moore einen Draht, so dass ein Verschlüsselungschip umgangen wurde. Danach sei es möglich gewesen, Informationen von Kreditkarten, die mit dem Gerät gelesen wurden, unverschlüsselt abzuschöpfen.

Smartphone-Markt im Wandel

Samsung weniger dominant

Samsung ist der mit Abstand größte Hersteller von Smartphones, doch die Dominanz bröckelt. Im dritten Quartal 2014 verkaufte der südkoreanische Konzern 78,1 Millionen Smartphones und damit deutlich weniger als ein Jahr zuvor, als er 85 Millionen Geräte absetzte. Der Marktanteil sank von 32,5 auf 23,8 Prozent, wie der Marktforscher IDC ermittelt hat. Wegen niedrigerer Verkaufspreise sinkt auch der Profit.

Apple setzt auf Premium

Apple hält seinen Marktanteil mit 12 Prozent weitgehend stabil. Der Absatz stieg deutlich auf 39,3 Millionen Geräte, wozu die neuen Modelle iPhone 6 und iPhone 6 Plus einen deutlichen Beitrag leisteten. Weil der Konzern Premiumpreise verlangt, arbeitet er mit Margen, um die ihn die Konkurrenten beneidenk.

Xiaomi holt rasant auf

Im Westen ist Xiaomi kaum bekannt, doch in China ist der Smartphone-Hersteller äußerst populär. Dank dreistelliger Wachstumsraten ist das Unternehmen nun mit einem Marktanteil von 5,3 Prozent drittgrößer Hersteller. Im dritten Quartal verkaufte er 17,3 Millionen Handys, wozu vor allem das Highend-Gerät Mi4 beitrug. Die spannende Frage: Kann Xiaomi auch im Westen Fuß fassen?

Lenovo wächst mit Motorola

Lenovo hat sich als PC-Hersteller einen Namen gemacht, drängt aber auch in den wachsenden Smartphone-Markt. Im dritten Quartal 2014 verkaufte der Konzern 16,9 Millionen Geräte, vor allem in Asien, dem Nahen Osten und Afrika. Der Marktanteil betrug 5,2 Prozent. Mit der Übernahme von Motorola dürfte der Konzern weiter wachsen.

LG legt deutlich zu

Der koreanische Hersteller LG verkauft viele günstige Geräte, ist mit dem G3 aber auch im Premiumsegment vertreten. Im dritten Quartal verkaufte er laut IDC 16,8 Millionen Geräte und sicherte sich damit 5,1 Prozent des Smartphone-Marktes. Das Resultat: LG konnte zuletzt auch den Gewinn deutlich steigern.

Große Namen, kleiner Marktanteil

Jenseits der Top 5 finden sich viele bekannte Namen: Sony und Blackberry etwa, aber auch Microsoft als Käufer der Nokia-Gerätesparte. Auch der chinesische Hersteller Huawei zählt dazu. 48,6 Prozent des Marktes fallen in diese Sammelkategorie, die IDC nicht weiter aufschlüsselt.

Die Hacker griffen das System zusätzlich auch über die Software an. Dadurch werde es für Verkäufer möglich, nach einer Transaktion weitere Abbuchungen für vorgetäuschte Käufe vorzunehmen. „Wir finden das beunruhigend, denn wenn man seine Kreditkartenabrechnung nicht immer genau überprüft, merkt man es vielleicht nicht“, gab Moore zu bedenken.

Die beiden IT-Experten gaben ihre Erkenntnisse nach eigenen Angaben an Square weiter. Ob das Unternehmen, das von Twitter-Interimschef Jack Dorsey geführt wird, deswegen Änderungen plane, sei aber unklar.

Square machte in einer Mitteilung an AFP die Kreditkartentechnologie für die Angriffsmöglichkeiten verantwortlich. Mit Blick auf die Nutzung des Magnetstreifens in den Karten erklärte das Unternehmen: „Es sollte uns nicht überraschen, dass ein System verwundbar ist, das im Grunde die gleiche Technik verwendet wie eine Audiokassette.“ Grundsätzlich könnten sämtliche auf dem Markt verfügbaren Kreditkartenlesegeräte manipuliert werden, erklärte Square. Das Unternehmen habe aber Vorkehrungen gegen „bösartiges Verhalten“ getroffen.

Von

afp

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