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20.10.2015

09:44 Uhr

Streaming-Dienst hat kaum Kunden

Apple Music ist bisher ein großer Reinfall

Nur rund 15 Millionen Kunden: Gemessen an den Nutzern des Betriebssystems iOS, sind die ersten Zahlen des Streaming-Dienstes von Apple eine Katastrophe. Kam der Einstieg ins Geschäft zu spät?

Der IT-Riese stieg erst Ende Juni ins Geschäft mit Streaming ein. dpa

Apple Music

Der IT-Riese stieg erst Ende Juni ins Geschäft mit Streaming ein.

San FranciscoApple hat in gut drei Monaten 6,5 Millionen zahlende Kunden für seinen neuen Streaming-Musikdienst gewonnen. Weitere 8,5 Millionen Nutzer seien noch in der dreimonatigen Gratis-Probezeit, sagte Konzernchef Tim Cook bei einem Auftritt auf einer Konferenz des „Wall Street Journal“ am späten Montag.

Apple setzte bisher auf den Verkauf von Musik zum Herunterladen und stieg erst Ende Juni ins Geschäft mit Streaming ein, bei dem die Songs direkt aus dem Netz abgespielt werden. Der Markteintritt war mit Spannung erwartet worden, denn Apple hat insgesamt rund 800 Millionen Kunden.

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Gemessen an der Zahl der möglichen Kunden sind die Zahlen für Apple Music enttäuschend. „Es läuft richtig gut“, urteilte hingegen Cook. Apple verzichtet auf eine werbefinanzierte Gratis-Version seines Musikdienstes und richtete stattdessen ein Internet-Radio ein.

Der aktuelle Streaming-Marktführer Spotify aus Schweden kommt nach jüngsten Zahlen auf 20 Millionen zahlende Abo-Kunden und insgesamt 75 Millionen Nutzer. Apple liegt in etwa auf einer Höhe mit dem französischen Konkurrenten Deezer, der die Zahl von 6,3 Millionen Abo-Kunden nennt. Aus den Unterlagen für den Deezer-Börsengang ging jedoch jüngst hervor, dass gut die Hälfte von ihnen nicht monatlich aktiv ist.

Streaming-Dienste

Nutzen statt besitzen

Beim Musik-Streaming werden Songs direkt aus dem Internet abgespielt, statt sie auf die Geräte herunterzuladen. Dafür werden die Dateien in viele kleine Pakete zerlegt und in einem konstanten Strom aufs Gerät übertragen. Fans können damit Musik nutzen, ohne sie zu besitzen.

Marktführer Spotify

Es ist ein noch relativ kleines aber schnell wachsendes Geschäft. Größter Anbieter ist die schwedische Firma Spotify mit aktuell 15 Millionen zahlenden Kunden und 45 Millionen Gratis-Nutzern. Es gibt aber auch zahlreiche andere Dienste – allein in Deutschland gibt es 15 Anbieter, darunter Radio und Deezer und Apple Music.

Volle Auswahl für 10 Euro

Die meisten Anbieter setzen auf ein Abo-Modell: Für einen monatlichen Betrag gibt es den Zugriff auf ein Angebot aus Millionen Songs. Die Paketpreise beginnen bei fünf Euro, für rund 10 Euro bekommen Nutzer oft auch eine Offline-Funktion. In einigen Fällen können Musikfans eine werbefinanzierte Variante mit weniger Funktionen auch kostenlos nutzen.

Erfolg im zweiten Versuch

Schon vor rund zehn Jahren versuchten verschiedene Anbieter, Abo-Dienste zu etablieren – der Durchbruch kam aber erst mit der Verbreitung von Smartphones und allgegenwärtigen schnellen Datenverbindungen.

Mäßiger Sound

Als eine Schwäche gilt bei Musik-Enthusiasten die starke Kompression, die nötig ist, um die Dateien möglichst sparsam durch die Netze zu kriegen. Das kann die Sound-Qualität drücken.

Stand: Januar 2015

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