Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.03.2012

13:17 Uhr

Streaming-Dienst

Spotify startet mit Musik-Flatrate in Deutschland

Das Netz stellt die Musikbranche auf den Kopf. Unter dem Druck von Urheberrechtsverletzungen sind neue Geschäftsmodelle entstanden. Nun kommt der Musikdienst Spotify nach Deutschland - in der Basis-Version kostenlos.

Musikhören ohne Ende: Der populäre schwedische Musik-Streaming-Dienst Spotify kommt auch nach Deutschland. ap

Musikhören ohne Ende: Der populäre schwedische Musik-Streaming-Dienst Spotify kommt auch nach Deutschland.

BerlinMusik in jeder Lebenslage verspricht der Internet-Dienst Spotify, der am Dienstag nach mehrjähriger Anlaufzeit auch in Deutschland startet. Das bereits im Oktober 2008 in Schweden begründete Streaming-Angebot - dabei werden die Audiodaten direkt über das Internet abgespielt - trifft auf einen Markt, der noch am Anfang steht, aber mit Anbietern wie Napster, Simfy oder Aupeo bereits dicht besetzt ist. Was Spotify in anderen Ländern mit mehr als drei Millionen zahlenden Nutzern besonders erfolgreich gemacht hat, ist ein umfassendes Ökosystem mit der Einbindung von Apps aller Art.

„Wir wollen das Betriebssystem für Musik werden“, sagte Spotify-Gründer Daniel Ek im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. „Die Nutzer sollen Musik in den verschiedensten Situationen und mit Spotify Apps hören können, die sie gern verwenden.“ Mit Hilfe der Software-Schnittstelle (API) von Spotify können externe Entwickler eigene Anwendungen programmieren, die an das Streaming-Repertoire des Dienstes mit seinen über 16 Millionen Songs andocken. Da gibt es etwa die App TuneWiki, die zu jedem Song den Text anzeigt - zum Mitlesen oder für die private Karaoke-Party. Die App Soundrop bringt Spotify in virtuellen Räumen zum Klingen, in denen sich Gruppen zusammenfinden und einen DJ bestimmen - ähnlich wie bei dem in den USA beliebten Dienst Turntable.fm, der in Deutschland aus lizenzrechtlichen Gründen nicht mehr zu empfangen ist.

Musik aus dem Netz

Aupeo (Radio-Streaming)

Gestartet 2008, Sitz Berlin.

Musikangebot: ca. 1 Million Titel. Auswahl von Stationen für Musikgattungen und Stimmungen, kostenloses Angebot mit Werbung und Abo-Modell.

Last.fm (Radio-Streaming)

Gestartet 2002, Sitz: London.

Musikangebot: ca. 7 Millionen Titel. Spielt nach Angabe von Lieblingsgruppen Musik von ähnlicher Richtung.

Pandora (Radio-Streaming)

Gestartet 2000, Sitz: Oakland, Kalifornien.

Musikangebot: ca. 1 Million Titel. Spielt nach Vorgaben der Nutzer Musik in ähnlicher Richtung, in Deutschland nicht verfügbar.

wahwah.fm (Radio-Streaming)

Gestartet 2011, Sitz: Berlin.

Musikangebot: 12 Millionen Songs. Überträgt Songs von anderen registrierten Smartphone-Nutzern in der Umgebung.

Deezer (On-Demand-Streaming)

Gestartet 2007, Sitz: Paris.

Musikangebot: 13 Millionen Titel.

MOG (On-Demand-Streaming)

Gestartet 2005, Sitz: Berkeley, Kalifornien.

Musikangebot: 14 Millionen Titel. In Deutschland nicht verfügbar.

Napster (On-Demand-Streaming)

Gestartet 1999 als Tauschplattform, seit 2005 als kommerzieller On-Demand-Service, Sitz: Los Angeles.

Musikangebot: 15 Millionen Titel.

rara.com (On-Demand-Streaming)

Gestartet 2011, Sitz: London.

Musikangebot: mehr als 10 Millionen Titel.

Rdio (On-Demand-Streaming)

Gestartet 2010, Sitz: San Francisco.

Musikangebot: mehr als 12 Millionen Titel.

Simfy (On-Demand-Streaming)

Gestartet 2008, Sitz: Stockholm.

Musikangebot: über 16 Millionen Titel.

Spotify (On-Demand-Streaming)

Gestartet 2008, Sitz: Stockholm.

Musikangebot: über 16 Millionen Titel.

Nach Einschätzung von Branchenexperten wie dem Berliner Eric Eitel ist der Dienst der Schweden daher mehr als nur ein weiterer Anbieter von Musik aus dem Netz: „Wenn es Spotify gelingt, mit den Apps von Partnern ständig neue Nutzungsszenarien zu schaffen, könnte dies den digitalen Musikvertrieb auf ähnliche Weise umwälzen, wie das Apple mit iTunes erreicht hat.“

Der iTunes Store wurde im Januar 2001 gestartet - auf dem Höhepunkt der Tauschplattform Napster, die damals 25 Millionen Nutzer hatte. Nach mehreren Klagen von Plattenfirmen und Künstlern wie Metallica und Dr. Dre wurde Napster im Juli 2001 gezwungen, die Plattform zu schließen. Danach wurde iTunes mit einfacher Bedienung und einem überschaubaren Pauschalpreis von einem Dollar je Song-Download zu einem großen Erfolg.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×