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03.05.2012

15:18 Uhr

Studie

Facebook brachte Proteste in Arabien auf die Straße

Die Bezeichnung „Facebook-Revolution“ für die Proteste in der arabischen Welt halten Forscher zwar für übertrieben. Doch Studien bestätigen, dass Online-Dienste eine zentrale Rolle beim „arabischen Frühling“ spielten.

Ägyptische Demonstranten recken triumphierend ihre Mobiltelefone in die Luft: Flashmob als Mittel der Revolution. Quelle: dapd

Ägyptische Demonstranten recken triumphierend ihre Mobiltelefone in die Luft: Flashmob als Mittel der Revolution.

BerlinAls im Frühjahr 2011 hunderttausende Menschen in der arabischen Welt auf die Straße gingen und gegen die autokratischen Regime protestierten, war schnell von einer Facebook-Revolution die Rede. Die Sozialen Medien halfen den Unzufriedenen, sich trotz Zensur und Unterdrückung zu Demonstrationen zu verabreden und der Staatsgewalt die Stirn zu bieten. Auf der Konferenz Republica in Berlin stellten am Donnerstag zwei Forscher Studien vor, die die Bedeutung von Facebook und Twitter bestätigten: Die Online-Netzwerke waren der Zünder eines ohnehin sehr explosiven Gemisches.

Facebook-Revolution - diesen Begriff halten Forscher freilich für irreführend. Er übertreibe die Rolle der Sozialen Netzwerke. Denn die große Unzufriedenheit, die sich im vergangenen Frühjahr Bahn brach, hatte tief gehende Gründe: Die hohe Arbeitslosigkeit, die gerade viele junge Leute traf; und die Sehnsucht nach mehr Freiheit. „Die Sozialen Medien verändern die Dynamik, wenn es schon Unzufriedenheit gibt“, sagte Zeynep Tufekci von der Universität North Carolina.

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Die arabische Welt brennt. Von Algerien bis Saudi-Arabien zittern autoritäre Machthaber vor der Macht der Straße - und des Internets. Mit welchen Tools der Revolutionär von heute die Regierungen bekämpft.

Die Regime unterdrückten oder unterdrücken jede Berichterstattung über Probleme, jeden Anflug von Protest. Teils mit äußerst brutalen Methoden, wie die spanische Professorin Leila Nachawati Rego an einem Beispiel eindrücklich beschrieb: Wenn die syrischen Machthaber Blogger oder Karikaturisten nicht gleich ermorden, brechen sie ihnen die Hände - das sei eine sehr „symbolgeladene Art“, sie zum Schweigen zu bringen. Dem Sänger eines populären Protestsongs seien die Stimmbänder durchgeschnitten worden.

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