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21.01.2013

12:03 Uhr

Studie

Facebook macht viele Nutzer unglücklich

Schlecht gelaunt durchs World Wide Web: Soziale Netzwerke wie Facebook lösen einer Studie zufolge bei ihren Nutzern Frustration und Neid aus. Warum das so ist, dafür haben die Forscher eine plausible Erklärung.

Facebook kann süchtig machen – und offenbar auch unglücklich. dpa

Facebook kann süchtig machen – und offenbar auch unglücklich.

Berlin/DarmstadtSoziale Netzwerke lösen einer Studie zufolge bei einem Teil ihrer Nutzer negative Gefühle aus. Über ein Drittel der von ihnen befragten Facebook-User fühle sich während und nach der Nutzung schlecht, haben Forscher der Technischen Universität Darmstadt und der Humboldt-Universität zu Berlin herausgefunden. Sie seien einsam, müde, traurig oder frustriert. Als wesentlichen Grund sehen die Forscher den Neid auf die positiven Nachrichten der Facebook-Freunde. Die Forscher hatten knapp 600 Facebook-User in Deutschland befragt.

„Normalerweise beneidet man Leute, die einem ähnlich sind“, sagte Projektleiterin Hanna Krasnova am Montag. Auf Facebook erfahren Nutzer mehr über andere, ihnen ähnliche Menschen, mit denen sie sich vergleichen können. „Die Bedingungen für einen sozialen Vergleich sind besser. Man kann besser sehen, wie man abschneidet.“

Facebook in Zahlen

Transparenz dank Börsengang

Facebook war lange verschwiegen, wenn es um die Geschäftszahlen ging. Das hat sich mit dem Börsengang im Mai 2012 geändert – nun muss das Unternehmen die Börsianer genau informieren. Die Dokumente offenbaren zudem einen Blick in die ersten Jahre des Sozialen Netzwerks. Die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick.

Schon früh profitabel

In den ersten Jahren verlor Facebook zwar Geld – wie fast alle Startups. Doch schon 2009 erreichte das Unternehmen mit einem Gewinn von 229 Millionen Dollar die schwarzen Zahlen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr machte Facebook 7,9 Milliarden Dollar Umsatz aus Werbung und Online-Spielen und verdienten 1,5 Milliarden Dollar Gewinn. Damit hängt das Netzwerk Internet-Urgesteine wie AOL und Yahoo längst ab.

Werbung als wichtigste Geldquelle

Facebook macht sein Geld vor allem mit Werbung. Zuletzt lag der Anteil bei rund 90 Prozent. Der Rest resultiert vor allem daraus, dass Facebook an den Einnahmen aus Online-Spielen beteiligt wird. Im ersten Quartal 2014 schnellte der Umsatz um 72 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar hoch, der Gewinn verdreifachte sich auf 642 Millionen Dollar.

Beispielloses Wachstum

Facebook hat ein beispielloses Wachstum hinter sich: Binnen zehn Jahren ist die Zahl der aktiven Nutzer auf 1,28 Milliarden gewachsen, das entspricht grob der Hälfte der globalen Internet-Population.

Zuckerberg hat die Kontrolle

Gründer und Firmenchef Mark Zuckerberg hat Facebook auch nach dem Börsengang fest im Griff. Er hält Aktien der Klasse B, die zehn Stimmen haben, während Anleger beim Börsengang nur A-Klasse-Aktien mit einer Stimme bekommen haben.

Dominant in aller Welt

Fast die ganze Welt ist blau: In beinahe allen Ländern ist Facebook das größte Soziale Netzwerk – nennenswerte Ausnahmen sind Russland und China, wo lokale Unternehmen dominieren.

Keine Chance für StudiVZ

Auch wenn StudiVZ lange vorne lag, ist Facebook in Deutschland inzwischen die unangefochtene Nummer 1. Nach jüngsten Schätzungen des Portals allfacebook.com hat Facebook hierzulande 27 Millionen aktive Mitglieder.

Riese Datenmengen

Facebook ist ein Daten-Riese: Das Soziale Netzwerk verarbeitet (nach Zahlen aus dem August) jeden Tag mehr als 500 Terabyte. Einen großen Teil machen die 300 Millionen Bilder aus, die die Nutzer hochladen.

Um diese negativen Gefühle zu kompensieren, komme es zu einer ausgeprägteren Selbstpräsentation auf Facebook – die wiederum Neidgefühle bei anderen hervorrufe. Die Forscher sprechen von einer „Neidspirale“. Laut Krasnova führe dies auch dazu, dass die Nutzer ihr Leben positiver darstellten, als es tatsächlich sei.

Von

dpa

Kommentare (8)

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Numismatiker

21.01.2013, 12:40 Uhr

Wer sich bei der Nutzung von sozialen Netzwerken schlecht fühlt, sollte es einfach bleiben lassen, oder sich nicht beklagen.

ComputerSindDoof

21.01.2013, 13:40 Uhr

Ich frage mich da, ob dies eine Spezialität sozialer Plattformen im Internet oder die Arbeit mit dem Internet an sich ist. Wenn ich lange genug mit dem Internet arbeite fühle ich mich auch immer schlecht und ausgezehrt. Und es ist völlig egal was ich im Internet mache! Meiner Meinung nach zieht das Internet nur Konzentrationsenergie ab und liefert einen emotionalen Nullwert zurück.
Die Beschäftigung mit anderen in künstlichen Umgebungen ist einfach nicht vergleichbar mit der Beschäftigung mit anderen in der Realität. Mit echten Kontakten tauscht man Energie aus. Ergo, Facebook ist ein Placebo, das man nicht braucht, es sei denn man ist eh Autist.

Account gelöscht!

21.01.2013, 18:23 Uhr

eben; ^.
ich bin kein Facebookmitglied und werde es auch nie sein;
von daher kann ich das schlecht einschätzen. Aber mir ist immer nach dem Besuch bei McDonalds schlecht...aber die max.4x im Jahr werde ich das aushalten...

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