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14.01.2005

08:20 Uhr

IT + Telekommunikation

Sun Microsystem mit geringem Gewinn

Sun Microsystems hat im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2004/2 005 einen bescheidenen Gewinn von 19 Mill. Dollar oder einem Cent je Aktie verbucht.

Scott Mcnealy

Scott Mcnealy, Chef von Sun Microsystems, gibt sich trotz geschrumpfter Quartalsergebnisse optimistisch.

dpa SANTA CLARA. Sun Microsystems hat im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2004/2 005 einen bescheidenen Gewinn von 19 Mill. Dollar oder einem Cent je Aktie verbucht.

Das amerikanische Computer- und Softwareunternehmen enttäuschte jedoch die Wall Street in dem Dreimonatsabschnitt (bis 26. Dezember) mit einem um 1,6 Prozent auf 2,84 Mrd. Dollar geschrumpften Quartalsumsatz.

Der Halbjahresumsatz legte leicht auf 5,5 (5,4) Mrd. Dollar zu. Es gab in den Sechsmonatszeitraum nur noch einen Verlust von 128 (Vorjahresvergleichszeit: 411) Mill. Dollar oder vier (13) Cent je Aktie. Der Quartalsgewinn erfüllte zwar die Wall-Street- Erwartungen, doch hatten die Analysten mit einem Umsatz von 2,93 Mrd. Dollar gerechnet. Die Sun-Aktien gaben nachbörslich um 4,6 Prozent auf 4,36 Dollar nach.

Konzernchef Scott Mcnealy gab sich jedoch optimistisch und verwies auf eine der solidesten Produktpaletten. „Wir etablieren wieder Relevanz in Schlüsselmärkten“, betonte er. Sun befindet sich weiter auf Sparkurs und ist dabei, seine Kosten durch Personalkürzungen und andere Maßnahmen weiter zu senken. Die Gesellschaft hat aber auch 7,5 Mrd. Dollar an liquiden Mitteln verfügbar, die zukünftig zu Akquisitionen oder anderweitig eingesetzt werden können.

Auch in der deutschen Niederlassung des Unternehmens ist die Grundstimmung „sehr positiv“. „Nach den Millionen-Verlusten der vergangenen Jahre sind wir aus dem Tal der Tränen heraus, sagte Martin Häring, Direktor und Sprecher der Geschäftsleitung von Sun Microsystems Deutschland. Während der US-Markt vor allem an dem Rückgang der Aufträge von Telekommunikationsunternehmen und Öffentlichen Verwaltungen litt, hat Sun in Deutschland gerade in diesem Segment zulegen können. „In Deutschland haben wir einen absolut reversen Trend“, sagte Häring. Hier zu Lande habe Sun ein zweistelliges Wachstum Quartal über Quartal verbuchen können, europaweit legte das Unternehmen um sechs Prozent zu.

„Der gesamte öffentliche Bereich hat zwar wenig Geld, investiert aber in alles, was Kosten spart“, sagte Häring. Für die öffentliche Verwaltung der Stadt München sowie für die Abrechnungssysteme von Toll Collect oder der Patientenkarte würden inzwischen Sun-Server eingesetzt. Auch in der Telekom-Branche entstünde mit der Einführung von UMTS und dem daraus wachsendem Datenvolumen derzeit ein gesteigerter Bedarf an Server-Infrastruktur für neue Services. Mit einem stark verschobenen Produktmix habe Sun inzwischen erfolgreich auf den wachsenden Bedarf vor allem an mittleren und kleinen Systemen reagiert.

Der Anbieter von Rechnern für Computernetze (Server) hatte in der entsprechenden Vorjahreszeit einen Verlust von 125 Mill. Dollar oder vier Cent je Aktie ausgewiesen. In dem Ergebnis des zweiten Quartals waren unter anderem 24 Mill. Dollar Sonderbelastungen für Stellenstreichungen und Immobilienrestrukturierungen berücksichtigt. Klammert man sämtliche Sonderposten aus, verdiente Sun 28 Mill. Dollar oder einen Cent je Aktie.

Das Unternehmen, das seinen Höhepunkt mit dem Internetboom der späten neunziger Jahre erlebt hatte, litt besonders stark unter der geplatzten Internet-Spekulationsblase. Sie ließ viele Kunden verschwinden und zwang andere Unternehmen bei Technologieausgaben zu enormen Sparmaßnahmen. Noch wichtiger ist aber inzwischen die immer härtere Konkurrenz von IBM, Dell und Hewlett-Packard im Server-Markt.

Sun hatte lange seine Server mit eigenen Chips und firmeneigener Software ausgestattet. „Noch vor 24 Monaten saßen wir auf einer Insel und glaubten nur an Unix, Solaris und Sparc“, sagte Häring. Inzwischen hat sich Sun von seiner Alleinstellung gelöst und ist eine ganze Reihe von Kooperationen, unter anderem mit Fujitsu, dem Chiphersteller AMD und sogar mit dem einstigen Erzfeind Microsoft eingegangen.

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