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06.01.2010

07:01 Uhr

Technikmesse CES

Feuerwerk der High-Tech-Spielereien

VonAxel Postinett

3D-Fernseher, Netbooks und Internet im Auto dominieren die Konsumelektronikmesse CES in Las Vegas, weltweit die größte ihrer Art. Aber die wahren Stars der Messe, deren 2500 Aussteller rund 110 000 Besucher anziehen, heißen Android und Apps.

Feuerwerk über Las Vegas: Die CES ist die größte Messe für Unterhaltungselektronik weltweit. Reuters

Feuerwerk über Las Vegas: Die CES ist die größte Messe für Unterhaltungselektronik weltweit.

LAS VEGAS. Las Vegas 2010: Gefangen zwischen Googlephone und Gerüchten über einen Tablet-PC von Apple trifft sich die Konsumelektronikbranche am 7. Januar zur wichtigsten Trendmesse des noch jungen Jahres. Für Normalbürger bezahlbare 3D-Fernseher mit Onlineverbindung, ein Schwung mobiler Internetgeräte, Smartphones und intelligente Unterhaltungssysteme für das Automobil werden die Messehallen beherrschen.

Einen enormen Boom werden die „Apps“ erleben. Das sind kleine Programme, die zunächst auf Smartphones und auf PCs („Widgets“ oder „Gadgets“) Furore machten. Jetzt halten sie zusammen mit dem Onlineanschluss bei Fernsehgeräten Einzug, in Internet- und Autoradios, E-Book-Readern und in digitalen Set-Top-Boxen.

„Apps werden überall sein auf der Messe“, sagt Shawn DuBravac, Research-Direktor beim US-Branchenverband CEA. Ihre Bedeutung dürfe man nicht unterschätzen, mahnt er: „Am Ende des Tages geht es hier um nichts anderes als um die Kontrolle über Inhalte und Informationsfluss.“ Und damit um die Businessmodelle. TV-Sender, Kabelbetreiber, Hardwarehersteller und Internetanbieter wie Yahoo, AOL und Google werden sich künftig erbitterte Schlachten um die Apps-Hoheit daheim und unterwegs liefern.

Aber 2010 heißt der wahre Held der Wüstenwoche Android. Anders als 2007, als die Firma Apple aus Cupertino mit dem iPhone die Schlagzeilen füllte und die Aufmerksamkeit aus Las Vegas nach San Francisco lenkte, ist heute niemand verärgert über den Web-Giganten aus Mountain View, der im Silicon Valley und nicht in der Casinostadt sein jüngstes Smartphone vorstellt.

Dessen Betriebssystem Android hat sich verselbstständigt. Google erlaubt es – anders als Apple – jedem, mit seinem System Geld zu machen und Geräte zu bauen. So liebt man das in Amerika. Apple wird es Ende Januar auch schwer haben, sich mit seinem Tablet-PC von den Internet-Alleskönnern für die Aktentaschen mit Windows- oder Android-Betriebssystem abzusetzen, die Unternehmen wie Asus, Acer, Dell oder Lenovo vorstellen werden. Gerüchte wissen von einem Android-Smartbook – angesiedelt zwischen Smartphone und Netbook – des taiwanesischen Android-Spezialisten und Google-Verbündeten HTC.

Die große Frage ist, wie Microsoft auf die Google-Attacke reagieren wird. Microsoft-Chef Steve Ballmer teilt sich die Eröffnungsrede am Vorabend des offiziellen Messebeginns mit seinem Unterhaltungschef Robbie Bach. Der ist Herr von Web-TV bis Xbox und Zune-Player. Von ihm will die Branche Antworten hören, ob es nun doch ein eigenes Microsoft-Phone (das „Zune-Phone“) geben und ob und wie das neue Windows 7 in die neue Welt der Fernsehgeräte passen wird.

War die CES früher nie eine Messe für Smartphones, so hat 2009 Palm mit der viel beachteten Vorstellung des Pre und seines Betriebssystems WebOS gezeigt, dass es sich lohnt, diese Regel zu brechen. Palm hält am 7. Januar erneut eine Pressekonferenz ab, spekuliert wird im Vorfeld über ein neues „Pre“-Smartphone. Motorola soll gleich zwei neue Android-Smartphones im Gepäck haben. Angekündigt sind ebenfalls Android-E-Book-Reader mit ein und zwei Bildschirmen, digitale Fotorahmen, die sogar HD-Videos per W-Lan aus dem Internet streamen sowie Facebook- und Twitter-Meldungen anzeigen können.

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