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19.01.2007

14:15 Uhr

Telekommunikation

Motorola trotz Absatzplus mit starkem Gewinnrückgang

Motorola hat im vergangenen Jahr deutlich mehr Handys verkauft als 2005, wegen des harten Preiskampfes mit Marktführer Nokia aber wesentlich weniger verdient. Der Konzern kündigte einen drastischen Stellenabbau an, um die Kosten zu drücken.

Ed Zander dpa

Konzernchef Ed Zander ist über die operative Entwicklung des Unternehmens im Schlussquartal enttäuscht (Archivbild).

dpa SCHAUMBURG. Motorola hat im vergangenen Jahr deutlich mehr Handys verkauft als 2005, wegen des harten Preiskampfes mit Marktführer Nokia aber wesentlich weniger verdient. Der Konzern kündigte einen drastischen Stellenabbau an, um die Kosten zu drücken.

Wie der zweitgrößte Handyhersteller der Welt am Freitag in Schaumburg (Bundesstaat Illinois) mitteilte, fiel der Jahresüberschuss 2006 auf 3,7 Mrd. Dollar (2,9 Mrd Euro) nach 4,6 Mrd. Dollar im Jahr zuvor. Der Gewinn je Aktie schrumpfte auf 1,46 (1,81) Dollar. Der Jahresumsatz erhöhte sich hingegen um 22 Prozent auf 42,9 Mrd. Dollar. Motorola lieferte 2006 insgesamt 217,4 Mill. Handys aus oder 49 Prozent mehr als im Vorjahr. Der weltweite Marktanteil erhöhte sich auf 22,2 Prozent.

Motorola liefert sich einen harten Preiskampf mit Branchenprimus Nokia um Marktanteile. Der durchschnittliche Verkaufspreis für Handys ist 2006 deutlich gefallen. Im Schlussquartal halbierte sich bei Motorola der Gewinn auf 624 Mill. Dollar (Vorjahreszeit: 1,2 Mrd. Dollar). Der Gewinn je Aktie sackte auf 25 (47) Cent je Aktie ab. Der Quartalsumsatz legte um 17 Prozent auf ein Rekordniveau von 11,8 Mrd. Dollar zu.

Konzernchef Ed Zander zeigte sich über die Entwicklung des Unternehmens im Schlussquartal enttäuscht. Er kündigte den Abbau von 3 500 Stellen an, das sind fünf Prozent aller Arbeitsplätze. Damit sollen innerhalb der kommenden zwei Jahre 400 Mill. Dollar eingespart werden. Motorola erwartet für das erste Quartal 2007 einen Umsatz von 10,4 bis 10,6 Mrd. Dollar.

Die Handysparte erhöhte den Umsatz im Schlussquartal um 19 Prozent auf 7,8 Mrd. Dollar, doch fiel der operative Gewinn auf 341 (663) Mill. Dollar. Das Unternehmen begründete dies unter anderem mit einem steigenden Absatz in Regionen, in denen die Verkaufspreise für Handys relativ niedrig sind.

Der Umsatz der Netzwerk- und Unternehmenssparte legte im Oktober-Dezember-Abschnitt nur um sechs Prozent auf 3,0 Mrd. Dollar zu. Der operative Gewinn fiel auf 428 (542) Mill. Dollar. Im Gesamtjahr gab es einen leichten Umsatzanstieg und einen Rückgang des operativen Gewinns von 22 Prozent.

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