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28.01.2007

19:25 Uhr

Telekommunikation

Telekom nach Gewinnwarnung in der Kritik

Nach der Gewinnwarnung der Deutschen Telekom regt sich erstmals Kritik an der Unternehmens-Führung. Vertreter von Fondsgesellschaften und Analysten bemängelten Zeitpunkt und Ausmaß der Ergebniskorrektur.

Telekom-Tentrale in Bonn dpa

Die Deutsche Telekom hat die Gewinnprognose gesenkt.

dpa BONN. Nach der Gewinnwarnung der Deutschen Telekom regt sich erstmals Kritik an der Unternehmens-Führung. Vertreter von Fondsgesellschaften und Analysten bemängelten Zeitpunkt und Ausmaß der Ergebniskorrektur.

„Die Gewinnwarnung erhöht nicht die Glaubwürdigkeit des Managements“, sagte Andreas Mark, Fondsmanager bei Union Investment, am Montag in Frankfurt. An der Börse sackte der Aktienkurs zwischenzeitlich um über sechs Prozent ab. Die Gewerkschaft ver.di befürchtet nun erhebliche Einschnitte bei der geplanten Umstrukturierung der Festnetzsparte T-Com, die hauptsächlich für die Ergebnisschwäche bei Europas größtem Telekomkonzern verantwortlich gemacht wird.

Die Kritik an Zeitpunkt und Umfang der Gewinnwarnung wies ein Telekom-Sprecher zurück: „Die neue Prognose folgt einer nüchternen und schonungslosen Bestandsaufnahme.“ Der Bonner Konzern hatte am Sonntag seine Erwartung für das operative Ergebnis 2007 um rund eine Milliarde Euro auf 19 Mrd. Euro gesenkt.

Vorstandschef René Obermann hatte den Schritt mit dem „harten Wettbewerb“ in Deutschland begründet, der zusätzliche Investitionen nötig mache. „Das Umfeld bleibt schwierig.“ Im vergangenen Jahr wechselten über zwei Mill. T-Com-Kunden zur Konkurrenz, und auch die Handy-Sparte bekommt den Preisdruck in der Branche stärker zu spüren. „Der Preiswettbewerb in Deutschland wird sich 2007 fortsetzen“, sagte Martin Gutberlet von der Marktforschungsgesellschaft Gartner.

Obermann will Ende Februar dem Aufsichtsrat seine neue Strategie vorstellen, mit der er die Telekom auf die Erfolgsspur zurückführen will. Um den Service zu verbessern und die Kosten zu drücken, will das Unternehmen Teile seiner Festnetzsparte in einen Geschäftsbereich T-Service auslagern. Von der Umstrukturierung sind rund 45 000 Mitarbeiter betroffen. Bei den Gewerkschaften stößt der geplante Umbau auf massive Kritik. „Dabei drohen erhebliche Einschnitte bei den Löhnen“, sagte ver.di-Vorstand Lothar Schröder, der im Aufsichtsrat der Telekom sitzt.

Die Auslagerung ist Teil eines umfassenden Sparprogramms, mit dem die Kosten bis zum Ende der Dekade um fünf Mrd. Euro gesenkt werden sollen. Durch T-Service soll Konzernangaben zufolge ein dreistelliger Millionenbetrag eingespart werden.

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