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29.01.2007

14:55 Uhr

Telekommunikation

Union Investment kritisiert Telekom nach Gewinnwarnung

Die Fondsgesellschaft Union Investment hat die Führung der Deutschen Telekom nach der erneuten Gewinnwarnung kritisiert. „Der Zeitpunkt und das Ausmaß der Gewinnwarnung sind überraschend“, sagte Fondsmanager Andreas Mark am Montag in Frankfurt der dpa-AFX.

dpa FRANKFURT. Die Fondsgesellschaft Union Investment hat die Führung der Deutschen Telekom nach der erneuten Gewinnwarnung kritisiert. „Der Zeitpunkt und das Ausmaß der Gewinnwarnung sind überraschend“, sagte Fondsmanager Andreas Mark am Montag in Frankfurt der dpa-AFX.

Er sei davon ausgegangen, dass die Prognose erfüllt werde, da das vierte Quartal gut gelaufen sein sollte. „Die Gewinnwarnung erhöht nicht die Glaubwürdigkeit des Managements.“ Hinzu komme, dass Vorstandschef René Obermann bereits bei der ersten Absenkung der Prognose im August vergangenen Jahres als T-Mobile- Vorstand beteiligt gewesen sei.

Der Bonner Konzern hatte am Sonntag überraschend die Erwartung für das operative Ergebnis 2007 um rund eine Milliarde Euro gesenkt und dies mit dem harten Wettbewerb in Deutschland begründet. „Es besteht die Möglichkeit, 2007 besser als prognostiziert abzuschneiden", sagte Mark. Allerdings gebe es auch „erhebliche Risiken“ für die Prognose. „Der Wettbewerb wird sich im Festnetz und Mobilfunk noch einmal verschärfen.“

Fondsmanager Mark äußerte Zweifel an der Strategie des Unternehmens: „Die Maßnahmen bei T-Com haben nicht gegriffen, was sich im vierten Quartal am Kundenabfluss von erneut über einer halben Million zeigt“, sagte er. Die Festnetzsparte der Telekom verlor im vergangenen Jahr über zwei Millionen Kunden an die Konkurrenz. Mit im Herbst eingeführten Bündeltarifen will der Konzern die Erosion seiner Kundenbasis stoppen. Mark rechnet nicht mit einem Umschwung in diesem Jahr. „Der Kundenverlust wird auch in diesem Jahr anhalten.“

Auch die Gewerkschaft ver.di kritisierte die Dividenden-Ankündigung der Telekom scharf. „Die Anteilseigner sollen eine komfortable Dividende erhalten, während den Arbeitnehmern in die Tasche gegriffen werden soll. Das ist eine unfaire Methode“, sagte ver.di-Vorstand Lothar Schröder am Montag in Berlin der dpa-AFX. Die Telekom hatte am Wochenende ihre Erwartung für 2007 erneut gesenkt, will aber unverändert eine Dividende von 0,72 Euro pro Aktie ausschütten.

Schröder erneuerte seine Kritik an den Plänen des Bonner Konzerns, 45 000 Mitarbeiter in eine eigene Service-Tochter auszugliedern. „Dabei drohen erhebliche Einschnitte bei den Löhnen“, sagte Schröder, der im Aufsichtsrat der Telekom sitzt.

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