Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

31.01.2007

09:50 Uhr

Telekommunikation

Vodafone fordert Telekom heraus

Der Mobilfunkbetreiber Vodafone hat der Deutschen Telekom in Mobilfunk, Festnetz und Internet den Kampf angesagt.

Vodafone dpa

Vodafone ist im Weihnachtsgeschäft in Deutschland dem Marktführer T-Mobile unterlegen.

dpa DüSSELDORF. Der Mobilfunkbetreiber Vodafone hat der Deutschen Telekom in Mobilfunk, Festnetz und Internet den Kampf angesagt.

„Gemeinsam mit Arcor sind wir angetreten, der beste Anbieter für alle TK-Dienste in Deutschland zu werden“, sagte der Deutschlandchef des britischen Konzerns, Friedrich Joussen, am Mittwoch bei der Vorlage der Quartalszahlen. Dabei verwies er vor allem auf das noch junge DSL-Geschäft und die wachsende Verbreitung von UMTS-Diensten unter den Vodafone-Kunden.

Im Weihnachtsgeschäft blieb Vodafone im Mobilfunk allerdings hinter Marktführer T-Mobile zurück. So verzeichnete Vodafone im Schlussquartal des vergangenen Jahres 709 000 neue Kunden in Deutschland, während T-Mobile auf 746 000 Neuzugänge kam. Allerdings rechnet Vodafone 291 000 weitere Prepaid-Kunden hinzu, die auf Grund geänderter Regeln weiter im Bestand behalten werden. Nach Gerichtsurteilen dürfen Mobilfunkanbieter - wie in der Vergangenheit praktiziert - ungenutzte Guthaben von Prepaid-Kunden nicht mehr nach einer gewissen Zeit verfallen lassen.

Damit kletterte die Zahl der Vodafone-Nutzer in Deutschland Ende 2006 auf 30,6 Millionen. T-Mobile bleibt die Nummer eins in Deutschland mit insgesamt 31,4 Millionen Kunden.

Dem Kundenwachstum stand beim Umsatz ein Rückgang entgegen. Im vierten Quartal schrumpften die Erlöse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,3 Prozent. Bei T-Mobile fielen die Umsätze sogar um 8,1 Prozent. Joussen führte die Entwicklung unter anderem auf die gesunkenen Terminierungsentgelte zurück. Das sind die Einnahmen aus Verbindungen, die die Festnetzanbieter an die Mobilfunkbetreiber für das Weiterleiten von Telefonaten in deren Netze abführen. Die Bundesnetzagentur hatte diese Gebühren im November auf deutlich unter zehn Cent pro Minute gesenkt. Die Umsätze mit eingehenden Anrufen in Deutschland seien als Folge um 23,4 Prozent gefallen, berichtete Vodafone.

Angesichts gesättigter Märkte könne der Umsatz nicht mehr so stark wachsen wie früher, betonte Joussen. Jetzt komme es darauf an, mit neuen Produkten und Diensten einen Mehrwert für die Kunden zu schaffen. Neben dem noch jungen Festnetzgeschäft kommt bei Vodafone Joussen zufolge UMTS allmählich in Fahrt. „Wir machen auf das Jahr gerechnet mit neuen Datendiensten schon 600 Mill. Euro Umsatz, mehr als fünfzig Prozent Zuwachs“, betonte er. Das seien 8,4 Prozent der gesamten Umsatzerlöse. In wenigen Jahren will Vodafone hier die Mrd.-Umsatzmarke erreichen. Insgesamt sank der monatliche Umsatz pro Kunde auf 20,9 Euro von 22,9 Euro Ende 2005.

Weltweit hat der britische Vodafone-Konzern jetzt mehr als 200 Millionen Kunden. Im Schlussquartal 2006 kamen 8,7 Mill. neue Verträge hinzu, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Der nach Umsatz weltgrößte Mobilfunk-Anbieter hatte damit zum Jahreswechsel 198,6 Millionen Kunden unter Vertrag. Mittlerweile liege die Nutzerzahl über 200 Millionen, sagte Vodafone-Chef Arun Sarin.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×