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03.01.2006

14:02 Uhr

Telekomunternehmen

Netze der Zukunft

VonSandra Louven

Für Telekomunternehmen in Europa stehen Hochgeschwindigkeitsnetze ganz oben auf der Agenda. Weil die Einnahmen im Festnetz zurückgehen, müssen die Konzerne in neue Netze investieren. Staatliche Regeln entscheiden, ob sich das auszahlt.

Die neuen Netze sollen das Internet rasend schnell machen. Foto: dpa

Die neuen Netze sollen das Internet rasend schnell machen. Foto: dpa

DÜSSELDORF. 2006 werden Telekomkonzerne sich vor allem mit einem Thema beschäftigen: Investitionen in neue Netze. In ganz Europa brüten die Anbieter über Plänen für neue Hochgeschwindigkeitsleitungen (VDSL). Darüber sollen nicht nur Telefonie und Internet laufen, sondern auch Fernsehen und ganz neue Dienste, die heute noch gar nicht existieren. "Wenn es den Telekommunikationsanbietern nicht gelingt, neue Dienste zu erfinden, werden sie untergehen", prophezeite KPN-Chef Ad Scheepbouwer im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Hintergrund ist der anhaltende Umsatzrückgang der Telekomkonzerne im einstigen Kerngeschäft, dem Festnetz. Es verliert durch Internet-Telefonie und den Vormarsch des Handys immer weiter an Bedeutung. Neue Einnahmequellen müssen her und eine potente Infrastruktur gilt als Voraussetzung dafür.

Mit dieser Technik stoßen die Anbieter in ganz neue Dimensionen vor. VDSL ermöglicht das Herunterladen von bis zu 50 Megabit an Daten pro Sekunde und übertrifft damit die heute gängigen DSL-Geschwindigkeiten um das 25- bis 50-fache. Das könnte zum Beispiel die Verlagerung von Hundertausenden von Büroarbeitsplätzen in heimische Arbeitszimmer zur Folge haben.

Um die Netze der Zukunft ist bereits vor ihrem Bau ein handfester Streit entbrannt. Dabei geht es im Kern um die Frage, ob sich diese Investitionen für die Telekomkonzerne auch lohnen. Die Deutsche Telekom etwa ist bereit, für ein neues Netz 3,3 Mrd. Euro auszugeben, will aber alleine darüber bestimmen, was sie mit VDSL anfängt. Als ehemaliger Monopolist unterliegt die Telekom aber der Regulierung durch die Bundesnetzagentur. Das bedeutet, der Bonner Konzern muss seine bestehenden Netze Wettbewerbern zu Preisen zur Verfügung stellen, die die Marktaufsicht festlegt.

Das will Telekomchef Kai Uwe Ricke für das neue Netz ändern. Wenn er für die geplanten Superleitungen keinen Schutz vor Regulierung erhalte, werde er sie eben nicht bauen und zudem noch 5 000 Stellen streichen, droht der Chef-Manager. Sie kämen zu dem angekündigten Abbau von 32 000 Mitarbeitern hinzu.

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