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17.01.2007

16:10 Uhr

Test: Sony Ericsson K800i

„Mehr Fotoapparat steckt in keinem anderen Handy"

VonThomas Kuhn
Quelle:WirtschaftsWoche Online

Cybershot", der Schriftzug prangte im Hause Sony lange ausschließlich auf digitalen Fotoapparaten. Da hat er sich einen guten Klang erworben. Nun ziert das Cybershot-Logo erstmals ein Mobiltelefon, das Modell K800i von Sony Ericsson. Doch kann das Fotohandy tasächlich mit echten Digitalkameras mithalten? Ein Testbericht.

Das ist ein hoher Anspruch angesichts der miesen Bildqualität, mit der die meisten Fotohandys ihre Besitzer für den Druck auf den Auslöser strafen. Mehr als verschwommene, lichtschwache Fotos brachten die stecknadelkopfgroßen Objektive in den Telefonen bisher kaum zustande.

Mit dem (ohne Vertrag) knapp 400 Euro teuren K800i soll das besser werden, verspricht Sony Ericsson - und verpasst dem Modell als erster Hersteller einen 3,2-Megapixel-Bildchip. Vor zwei bis drei Jahren hatten digitale Kompaktkameras kaum mehr zu bieten. Ob das Fotofon hält, was das Cybershot-Logo verspricht?

Der erste Eindruck ist gut. Von der einen Seite sieht das Telefon kaum anders aus als eine moderne Digital-Kompaktkamera. Mit knapp 2,5 Zentimetern ist es auch deutlich dicker als übliche Handys. Dadurch beult das K800i Jacken- und Hosentaschen zwar etwas mehr aus, bietet dafür aber Platz für ein aufwendigeres Linsensystem. Auch der Blendenschutz, der die Linse gegen Verkratzen sichert, stammt eindeutig aus dem Funktions- und Designfundus aktueller Cybershot-Kameras.

Dass in dem mattsilbernen (alternativ mattschwarzen) Gehäuse auch ein Mobiltelefon steckt, offenbart sich erst beim Umdrehen. Dann präsentiert sich das 115 Gramm schwere K800i in der klassischen Handy-Aufmachung, wenn auch mit ungewöhnlich großem Display. Die Auflösung von 240 mal 320 Bildpunkten ist bemerkenswert hoch. Mehr bieten auch deutlich größere Handheld-Computer nur selten.

Der gute Eindruck setzt sich fort, wenn ich das Gerät wie einen Fotoapparat vor mich halte, den Blendenschutz zur Seite schiebe und damit die Kamera im Telefon aktiviere. Klar und deutlich und selbst bei Sonnenlicht gut erkennbar erscheint das Kamerabild im Display. So macht die Motivsuche Freude. Allenfalls der Stromsparmodus, der das Display bereits nach wenigen Sekunden abdunkelt, trübt etwas die Laune. Ein Druck noch auf die zeigefingerfreundlich oben angebrachte Auslösertaste, der eingebaute Autofokus stellt scharf, und das erste Bild ist im Kasten. Die integrierte Panoramafunktion in der Kamera fügt bis zu drei Bilder automatisch zusammen. Die Fotos kann ich via UMTS-Mobilfunk nach der Aufnahme in mein Weblog übertragen. Der Online-Zugang zum Blogger-Portal ist bereits im Handy voreingestellt.

Rund 50 Aufnahmen später überspiele ich die Bilder mithilfe des im Handy integrierten Bluetooth-Funkmoduls schnurlos in meinen PC. Der Blick auf den Monitor bestätigt, was der Display-Eindruck versprach: Zumindest die bei ausreichender Beleuchtung - vor allem bei Tageslicht - geschossenen Aufnahmen sind scharf, ordentlich farbecht und ohne große Verzerrungen. Fotos vom letzten Städtekurztrip oder dem jüngsten Skiwochenende gefallen dann sogar im Format 9 mal 13 Zentimeter auf Fotopapier. Bei schwierigerem Licht allerdings lässt die Qualität schnell nach, gerät die Optik an ihre Grenzen und das Bild verrauscht. Die Leuchtkraft des eingebauten Xenon-Blitzes erhellt bestenfalls Gegenstände bis zu drei Metern Entfernung. Fazit: Mehr Fotoapparat als beim K800i steckt in keinem anderen Handy. Eine Konkurrenz für die Digitalkamera ist aber auch dieses Fotofon noch nicht.

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