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13.01.2004

13:00 Uhr

Traditionelle Klänge mit neuer Technik

Digitale Nostalgie

VonHeinz Schmitz (Handelsblatt)

Im kalifornischen Annaheim beginnt in dieser Woche die Namm-Show, die weltweit größte Messe für Musiker und Diskjockeys. Neben den klassischen Instrumenten werden Digitaltechnik und Computer im Studio und auf der Bühne immer wichtiger

Auch auf der Bühne setzt sich vermehrt Digitaltechnik durch

Auch auf der Bühne setzt sich vermehrt Digitaltechnik durch

DÜSSELDORF. Das Mekka der Musiker und Bühnenausrüster ist in dieser Woche in Anaheim, einem südlichen Vorort von Los Angeles. In Sichtweite des Disneylands treffen sich Hersteller, Stars und Hobbymusiker auf der Namm, um die neusten Instrumente, Verstärker und Klangverbesserungssysteme zu bewundern.

Ein Trend ist eindeutig: Musiker setzen vermehrt auf Elektronik um ihre Klangwelten zu erweitern oder mittels modernster Digitaltechnik traditionelle Instrumente zu ersetzen. Mit einer Investition können so mehrere „Instrumente" angeschafft werden. Hinzu kommt, dass klassische Instrumente bester Qualität schnell mit mehreren tausend Euro zu Buche schlagen, die nicht jeder Hobbymusiker bereit ist zu zahlen.

„Alleinunterhalter waren die Vorläufer“, erklärt Klaus Doldinger, Deutschlands wohl bekanntester Jazzer. Doldinger spielt Klavier und Saxofon. Er weiß also, wovon er spricht. Setzt er auf der Bühne weitgehend auf den natürlichen Sound der Instrumente, experimentiert im Studio gerne mit den Klängen digitaler Effektgeräte und Instrumente. So findet man auf seiner jüngsten Remix-CD eine Fusion zwischen traditionellem Jazz- und elektronischem Synthesizersound. Natürlich kann ein noch so gut klingendes elektronisches Klavier keinen echten Flügel ersetzen, weiß Doldinger aus eigener Erfahrung: „Die Instrumente haben eine eigenen, sehr persönlichen Klang.“

Synthesizer oder elektronische Orgeln gehören seit den siebziger Jahren zur Ausrüstung der Tanzmusiker. Dieses war die Ablösung der Klaviere, die meist verstimmt oder defekt in den Tanzsälen herumstanden. Ein Synthesizer lässt sich bequem in jeder Familienkutsche transportieren. Als dann noch elektronische Rhythmusinstrumente eingebaut wurden, die fast wie Schlagzeuge klangen, war die Miniband komplett. So kann mit elektronischen Mitteln schnell eine kleine Tanzkapelle ersetzt werden. „Das hat keine ästhetische Motivation sondern rein wirtschaftliche Hintergründe“, verdeutlicht Klaus Doldinger, „wenn zwei Mann irgendwo tingeln und sich den Schlagzeuger und Bassisten einsparen.“

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