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28.12.2011

00:43 Uhr

TV-Pläne

Apple Fernseher soll im September kommen

Gerüchte über einen Apple-Fernseher gab es schon lange, an Glaubwürdigkeit gewannen sie jetzt. Apple arbeitet offenbar an einem großen Vorstoß im Fernsehbereich. Der Apple-TV soll im Herbst 2012 auf den Markt kommen.

Apple-Monitor in einem Apple Store in San Francisco. Der Konzern steht vor dem Einstieg in den Fernsehmarkt. AFP

Apple-Monitor in einem Apple Store in San Francisco. Der Konzern steht vor dem Einstieg in den Fernsehmarkt.

BerlinDie ersten Apple-Fernseher sollen laut einem Medienbericht aus Taiwan bis Ende September auf den Markt kommen. Sie dürften Bildschirm-Diagonalen von 32 und 37 Zoll (jeweils 81 und 94 cm) haben, berichtete die Branchenpublikation „DigiTimes“ am Dienstag unter Berufung auf Quellen in der Zulieferer-Industrie. Die Apple-Partner sollen demnach die Produktion von Bauteilen in den kommenden drei Monaten hochfahren, damit die Geräte im zweiten oder dritten Quartal in den Handel kommen können. Die „DigiTimes“ hat oft Insider-Informationen dank der Nähe zur taiwanischen Zulieferer-Industrie.

Schon vor einer Woche hatte das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf informierte Personen, berichtet, dass die Pläne von Apple für den Vorstoß ins TV-Geschäft immer mehr Gestalt annehmen würden.

Apple will demnach das Fernsehen stärker personifizieren. So solle die Technologie Nutzer quer über diverse Geräte wie iPhones, iPad-Tablets und Fernseher erkennen. Zudem habe Apple in einem der jüngsten Treffen eine Technologie beschrieben, mit der man sein TV-Gerät per Stimmeingabe und Gesten steuern könne.

Diesen Ansatz verfolgt auch Microsoft mit der Kinect-Steuerung für seine Spielekonsole Xbox. Zuletzt baute Microsoft das Angebot an Fernsehinhalten auf der Xbox stark aus. Laut früheren Berichten könnte bei Apple eine Version des „persönlichen Assistenten“ Siri vom neuen iPhone 4S auf den Fernseher kommen.

Das Prinzip Apple

Alles aus einer Hand

Konsistenz ist Teil der Designphilosophie von Apple. Dazu gehört ein möglichst einheitliches Nutzererlebenis. Apple bietet dazu vom Smartphone bis zum ausgewachsenen Profi-PC alle Gerätklassen an. Auf den kleinen Geräten iPhone und iPad läuft dabei das mobile Betriebssystem iOS, auf den Laptops und Desktop-Rechnern Mac OS X. Die Programme sind untereinander nicht kompatibel, allerdings bietet Apple viele eigene Applikationen für beide Plattformen an, etwa die Office-Suite iWork. Über die App Stores verkauft Apple außerdem noch Software für beide Plattformen online – bei iPhone und iPad sogar der einzig legale Weg, Software zu installieren.

Apples Gefängnis und Ausbruch-Tools

Apples Stärke ist zugleich auch der größte Kritikpunkt: Weil alles aus einer Hand kommt, behält Apple die volle Kontrolle. Im App Store schöpft Apple satte 30 Prozent der Umsätze ab, sowohl von gekauften Apps als auch von Käufen, die innerhalb von Apps getätigt werden. Immer wieder kommt der Konzern in die Schlagzeilen, weil Apps aus teilweise wenig nachvollziehbaren Gründen aus dem Store entfernt werden. So gelten dank Apple beispielsweise weltweit amerikanische Moralvorstellungen: Medien müssen nackte Haut zensieren. Ein Weg aus dem Apple-Gefängnis ist entweder ein sogenannter Jailbreak. Dabei führen iPhone- und iPad-Anwender ein Programm aus, das Sicherheitslücken in den Geräten nutzt, um das Gerät aus der Apple-Kontrolle zu befreien. Nach einem Jailbreak können alle Programme wie auf einem PC oder Mac installiert werden. Eine andere Alternative sind Programme, die im Browser laufen – auf das Internet haben auch iPhones und iPads freien Zugriff.

Mobile Geräte im Fokus

Apple betont regelmäßig, in erster Linie ein Hersteller mobiler Geräte zu sein. Erstens machen iPhone und iPad längst den Löwenanteil der Apple-Umsätze aus, zweitens sind auch die meisten verkauften Macs inzwischen Laptops. Das zeigte sich auch beim jüngsten Update des Mac-Betriebssystems Mac OS X. Die aktuelle Version Lion betont die Gestensteuerung, die vor allem bei Trackpads sinnvoll ist, die in Laptops verbaut werden.

iCloud löst iTunes als Zentrale ab

Zentrale Schnittstelle zwischen allen Apple-Geräten war bisher das Programm iTunes, über das die Geräte als „Hub“ auf Mac oder PC synchronisiert werden. Allerdings zeichnet sich mit der Einführung der iCloud eine Ablösung von iTunes als zentrales Hub ab – die Daten wandern nun in die "Wolke", also das Internet. Mit der iCloud soll das Internet zur zentralen gemeinsamen Schnittstelle aller Apple-Geräte werden. Dokumente werden im Netz gespeichert und können über sämtliche Plattformen synchron gehalten werden. iPad und iPhone sollen auch ohne Mac oder PC verwendbar sein.

„Es funktioniert einfach“

Apple war eine der ersten IT-Firmen, die Interessen und Wünsche des normalen Nutzers in den Mittelpunkt rückten. Nicht der Mensch soll sich der Bedienung des Computers anpassen, sondern der Computer dem Menschen – so zumindest die Idee. Entsprechend profitiert der Konzern auch vom Trend der „Consumerization“ der IT. Damit wird der derzeitige Trend beschrieben, dass Konsumenten-Produkte wie iPhone und iPad zunehmend auch die Unternehmen erobern, weil Menschen einfache und intuitive Bedienungen auch im Geschäftsleben schätzen. Kritiker meinen andererseits, dass Apple im Bemühen um eine möglichst intuitive Bedienung den Nutzern bei vielen Fragen zu wenig Freiheit lässt.

Insgesamt habe Apple bei den TV-Plänen aber wenig Details zu Geräten und Zeiträumen preisgegeben, schrieb die Zeitung. Auch habe es keine Anfrage nach neuen Inhalte-Lizenzen gegeben. Einige der Pläne wären auch mit der heutigen Settop-Box Apple TV machbar, die Filme und Musik aus Apples Online-Plattform ins Wohnzimmer bringt.

Die Spekulationen über Apples TV-Pläne hatten sich in den vergangenen Wochen immer mehr verdichtet. Zuletzt sagte ein Branchenanalyst nach einer Japan-Reise sogar, die Produktion könne bereits im Februar beginnen, mit einem Marktstart Mitte 2012. Partner sei der japanische Elektronik-Konzern Sharp, der auch Displays für die nächsten iPad-Tablets und das iPhone liefern solle.

Gerüchte über einen Apple-Fernseher gab es schon lange, an Glaubwürdigkeit gewannen sie in diesem Herbst, als das Thema in der Biografie des kürzlich verstorbenen Apple-Gründers Steve Jobs vorkam. Jobs hatte seinem Biografen Walter Isaacson erzählt, er habe eine Idee, wie man die Bedienung von TV-Geräten radikal vereinfachen könne. Isaacson sagte jüngst in einem Interview, er wisse mehr über die Pläne, habe aber Details zurückgehalten.

Die Sprachsteuerung solle bei Apple auch bei der Kommunikation mit künftigen kleinen Geräten zum Einsatz kommen, die man am Körper trage, berichtete die „New York Times“ am Montag. So habe Apple an einem iPod-Player mit gebogener Glasoberfläche gearbeitet, den man wie ein Armband tragen könne. Die verschiedenen Mini-Geräte kommunizierten über das Smartphone miteinander. Auch Google forsche in dieser Richtung.

Von

dpa

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

28.12.2011, 07:52 Uhr

Ich habe gerade einen Samsung 3D-PlasmaFernseher 59 Zoll für 1658 € gesehen. Dieses Gerät ist voll mit dem Internet vernetzt und kommuniziert mit Samsung Smartphones und Tablet-PCs. Macht also alles jetzt schon, was Apple vielleicht in einem Jahr anbieten wird. Außerdem ist das Gerät ein Preis-Leistungs-Testsieger.
Jetzt möchte ich nur wissen, was Apple im Herbst! auf den Markt bringen will, wo doch jetzt schon Samsung-Produkte Apple den Rang ablaufen.

nobody

28.12.2011, 08:12 Uhr

ich habe mir am 05.12. den UD60 von Samsung für 3700€ gekauft, würden Sie mir mal bitte die Modellnummer des 59ers nennen?

Danke

Account gelöscht!

28.12.2011, 08:45 Uhr

Das Gerät, von dem ich sprach und inzwischen auch besitze hat die Modell-Nr. PS-59D6900, mit 3 eingebauten Digital-Tunern kostet frei Haus bei Redcoon 1698 € und ist das beste Gerät, das ich je in dieser Preisklasse gesehen habe.

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