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11.01.2005

11:00 Uhr

Über 10 000 neue Schädlinge

Viren waren 2004 erfolgreich wie nie zuvor

VonHeinz Schmitz (Handelsblatt)

Obwohl kontinuierlich die Abwehr von Computerviren und -würmern verbessert wird, ist die Erfolgsquote der digitalen Schädlinge erschreckend hoch.

Die Angriffe aus dem Internet werden immer ausgeklügelter, Grafik: Kaspersky Labs

Die Angriffe aus dem Internet werden immer ausgeklügelter, Grafik: Kaspersky Labs

hiz DÜSSELDORF. Im gerade auslaufenden Jahr beobachteten die Experten damit erneut eine rasante Verbreitung von Schadprogrammen, eine professionellere Methoden ihrer Entwicklung und nicht zuletzt einen signifikanten Anstieg von Inhaftierungen einzelner Virenschreiber.

Auch die Fachleute von Sophos sehen keine Beruhigung an der Virenfront. 2004 wurden über 10 000 neue Viren, Würmer und Trojaner aufgespürt, womit die Gesamtzahl der Viren allein in der Sohops Datenbank auf nahezu 100 000 ansteigt. Das entspricht einer Zuwachsrate von 51,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Eine Analyse der Virenexperten von Kaspersky Labs zeigt zudem, dass die meisten entdeckten Schadprogramme 2004 Varianten bereits früher erschienener Schädlinge waren. Die Virenautoren haben aber der Auswertung nach dazugelernt. Zum Beispiel werden mittlerweile lieber Links anstelle infizierter Anhänge verwendet. David Emm, Sicherheitstechnologie-Experte bei Kaspersky: "E-Mail-Adressen mit Links werden von den Anwendern nicht als Sicherheits-Bedrohung für den Computer wahrgenommen." Die Beobachtungen zeigen, dass ein Link schnell mal angeklickt wird. Diese Methode ermöglicht es zudem, die installierten Schutzmassnahmen zu übergehen.

Die meisten Schadprogramme bestehen heute aus einem "Mix" verschiedener Angriffs-Varianten. Immer öfter sind auch Trojaner-Programme mit eingebunden. Da in Trojanern normalerweise keine Funktionen integriert sind, die auch andere Computer infizieren, werden sie oft ungefährlicher eingeschätzt als Viren oder Würmer.

Die Sophos-Spezialisten haben zusammengestellt, welche Viren und Würmer 2004 den größten Schaden angerichtet haben. Beachtlich ist, dass der Netsky-P Wurm fast ein Viertel aller gemeldeten Virenvorfälle ausmacht. Dicht gefolgt vom Massenmail-Wurm Zafi-B ist Netsky-P der schlimmste Wurm des Jahres. Der Internetwurm Sasser, der seit Mai Tausende Unternehmen und Heimanwender befallen hat und durch die Verhaftung seines Autoren populär wurde, landet als Dritter auf dem unrühmlichen Siegerpodest.

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